Kempten
Imbissbuden sind nicht jedermanns Geschmack

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«In Berlin oder Hamburg ist man so etwas ja gewohnt. Aber ins eigentlich so schöne und beschauliche Kempten passt das doch nicht.» Was dem Kemptener Gerd Miessner da so negativ ins Auge sticht, war für Stadtrat Dieter Zacherle (Freie Wähler) ein Grund, sich an die Verwaltung zu wenden: Die Holzhütte, die seit Anfang des Jahres vor dem Zentralhaus steht und aus der an Passanten beispielsweise Fischbrötchen und Kässpatzen verkauft werden. «Herr Zacherle spricht mir da aus der Seele, wenn er die Hütte als affenscheußlich bezeichnet», sagt Miessner. Und gar einen «Schlag ins Gesicht wie bei unserem Berlusconi» nennt Francesco Cacesso die Tatsache, dass die Hütte genau vor dem Zentralhaus aufgestellt wurde.

Gerd Miessner stört das vier Meter breite Häuschen einfach, «weil es so unschön ist». Für Zacherle trägt die Hütte dazu bei, den von Leerständen geprägten Bereich mitten in der Innenstadt nicht eben aufzuwerten. Und für Cafébetreiber Cacesso geht es, wie er sagt, gar ums Überleben. Der Stadt, erläuterte Baujuristin Dr. Franzsika Renner im Bauausschuss, sei die Hütte ebenfalls ein Dorn im Auge. So leicht wegzubekommen sei der Holzbau allerdings nicht. Denn er stehe auf Privatgrund.

Heruntergelassene Rollläden und Leerstände, wohin das Auge blickt: Das Zentralhaus lädt nicht gerade zum Verweilen ein. Das spürt auch Francesco Cacesso. Er kämpft seit Jahren mit seinem Café im ersten Stock ums unternehmerische Überleben, sagt er. Dass man ihm nun noch die «unschöne» Hütte vor die Haustür gestellt habe, sei für ihn völlig unverständlich.

Nicht genehmigungspflichtig

«Auch aus Sicht der Stadt ist das Aufstellen dieser Hütte nicht zielführend», meinte Renner im Bauausschuss. Allerdings: Die Hütte, in der der Betreiber des Burghaldebiergartens Essbares verkauft, stehe auf Privatgrund. Und mit ihren vier Metern Länge sei sie nicht genehmigungspflichtig. Bis Ende März, sagte Renner, läuft der Mietvertrag für das Häuschen. Es könnte aber auch länger vor dem Zentralhaus stehen bleiben: Denn es sei angedacht, dass der Betreiber des Kiosks in der Unterführung zwischen Zentralhaus und Illerkauf dorthin umsiedelt.

Hat die Stadt also gar keine Handhabe gegen die Hütte? Vielleicht doch, meinte Renner. Denn es gelte das Gebot des Einfügens. Und wirklich ins Bild passe das Holzhäuschen nunmal nicht, deshalb versuche die Stadt über diesen Weg, die Hütte vor dem Zentralhaus wegzubekommen.

«Alpenländischer Jodlerstil»

Leichter dürfte der Stadt das bei einem «sagenhaft schönen Exemplar im alpenländischen Jodlerstil» (Erwin Hagenmaier, CSU) fallen. Der Dönerstand in der Memminger Straße fällt Hagenmaier seit geraumer Zeit unangenehm ins Auge. «Das bedürfte mal einer Überprüfung», meinte er. Da stimmte Renner ihm zu: «Wir sind dran.» Denn den Standort für den Dönerstand hatte die Stadt bereits abgelehnt. Die Hütte sei dennoch einfach aufgestellt worden.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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