Sonthofen / Oberallgäu
Im Rollstuhl gehts nicht so einfach raus ins Grüne

Nicht leicht hat es mancher Rollstuhlfahrer, wenn er einen Ausflug - beispielsweise ins Grüne - machen will. Rollstuhlfahrer hätten das Problem, aus der Stadt und der nächsten Umgebung herauszukommen, sagt Monika Angerer, die mitten in Sonthofen wohnt. «Die Bahn ist für uns nicht nutzbar und einen entsprechenden Bus gibt es nicht.» Da bleibe nur noch das Behindertentaxi.

Doch das hat laut Angerer nicht jeder im Budget. Auch die Sonthoferin hat kein Geld für teure Ausflüge übrig, da sie in Hilfsmittel und Maßnahmen im Wohnumfeld (etwa den Einbau eines Treppenlifters) investiert. Dass es schwierig ist, bestätigt Karlheinz Pfeil vom Sonthofer Rathaus: «Bei der Bahn schauts schlecht aus - der nächste Einstieg mit Rampe ist in Kempten.» Monika Angerer hatte die sogar einmal probiert: Sie organisierte den Transport nach Kempten und fuhr mit dem Elektrorollstuhl über eine Rampe in den Zug («Alex») nach München. Nach der Fahrt in einem zugigen Fahrradabteil habe sie in der Landeshauptstadt ein Gabelstapler mit Käfig obendrauf aus dem Zug gehoben. «Wie ein Stück Vieh.»

Sonthofens Stadtbus ist laut Hermann Kracker (Alpenvogel) rollstuhlgerecht, könne sogar für den Ein- und Ausstieg abgesenkt werden. Und bei Bedarf helfe der Fahrer, so wie auch in Bussen mit Stufen. Um da jedoch einen Rollstuhl hineinzuheben, müsse der Behinderte einen Begleiter als zweiten Helfer haben.

Zum Teil automatische Rampen

In Immenstadt hat der Stadtbus auf Linie 1 (Kernstadt) eine Klappe für Rollstuhlfahrer, die der Fahrer per Hand aus- und einfahren muss, erklärt Josef Jörg. Wenn ab und an ein Rollstuhlfahrer an der Haltestelle warte, nehme man ihn gern mit. Kämen jedoch mehrere Rollstühle auf einmal, sieht Jörg Probleme: Zum einen reiche der Platz im Bus nicht, zum anderen lasse sich der Fahrplan nicht einhalten.

«RVA» hat nach eigenen Angaben großteils Niederflurbusse mit Rampe im Einsatz, «Komm mit» zu etwa 60 Prozent und dann noch welche mit automatischer Rampe bzw. Lift. Etwa 20 Prozent der Komm mit-Busse haben noch Stufen, bei denen dann aber die Fahrer helfen.

Zu schwer zum Heben

Das klingt gut, lässt aber laut Angerer eines außer Acht: In einen Bus heben lassen sich die schweren Elektrorollstühle auch zu zweit nicht. Doch ein Rollstuhl ohne Antrieb sei je nach Insasse und Gelände nicht ausflugstauglich, weil das Bergauf- und Bergabschieben zu schwer ist.

Rat der Busunternehmer: Planen Rollstuhlfahrer einen Ausflug, sollten sie vorab die jeweilige Busfirma fragen, welcher Bustyp am gewünschten Tag fährt.

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