Umweltausschuss
Im Rechtsstreit um Kemptener Entsorgungsfirma ist Lösung in Sicht

Im Rechtsstreit zwischen der Stadt und einem Recycling-Betrieb steht möglicherweise eine Lösung bevor. Laut Umweltamtsleiter Claus-Dieter Jaskolka hat ein neuer Geschäftsführer mittlerweile das Gespräch gesucht. Die strittige Anlage soll in Abstimmung mit den Behörden heuer wieder in Betrieb gehen.

Wie berichtet, ermittelt seit vergangenem März die Staatsanwaltschaft. Das Unternehmen hat über Jahre alte Kühlschränke für die Wiederverwertung und Entsorgung aufbereitet. Es bestand der Verdacht, dass giftige Stoffe in Boden und Grundwasser gelangt sind. Regelmäßige Messungen von Gutachtern hätten aber keine Hinweise auf umweltschädliche Abläufe ergeben, sagte Jaskolka im Umweltausschuss.

Eher zufällig wurde dann ein Betriebsunfall bekannt. «Bei der Ortseinsicht kam der Verdacht auf, dass der Betrieb nicht ordnungsgemäß ablaufe», berichtete Jaskolka. Auch Mängel bei der Lagerung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), die bereits 2008 vermutet worden waren, seien aufgedeckt worden. Bei weiteren Untersuchungen habe sich herausgestellt, dass tatsächlich FCKW und andere Kohlenwasserstoffe nicht korrekt gehandhabt wurden.

Obendrein erwies sich das Entwässerungssystem als mangelhaft, hieß es.

Ein neues Konzept für die Entsorgung sollte das Unternehmen vorlegen, das aber nie erstellt worden sei. Aufgrund eines anonymen Schreibens über Unregelmäßigkeiten wurde im Oktober die Kripo informiert. Anfang November erließ das Umweltamt eine Anordnung, wonach das Austreten wasser- und luftgefährdender Stoffe unterbunden werden müsse.

Bei einer Hausdurchsuchung stießen die Beamten auch auf ein Gutachten, das der Anlage erhebliche Mängel attestiert habe. «Die Kühlgeräte-Demontage hätte nicht weiter betrieben werden dürfen», erläuterte Jaskolka. Letztlich wurde Ende März 2010 der Betrieb der Anlage untersagt. Gerichte hätten die Stilllegung bestätigt. Aktuell sei zwar ein Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt. Das Umweltamt erwarte aber, dass der zurückgezogen wird.

Gutachter uneins

«Die Gespräche verlaufen in guter Atmosphäre», bestätigt Harald Hiltensberger gegenüber der AZ. Er ist Sprecher der Geschäftsführung der Dorr-Gruppe, zu der die Kühlgeräteaufbereitung Allgäu GmbH gehört. Ziel sei, die derzeit stillgelegte Anlage auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und im Lauf des Jahres wieder in Betrieb zu nehmen.

Hiltensbergers Auskunft nach gab es «keine einheitliche Gutachtenlage» in dem Fall. Eine TÜV-Zulassung habe stets bestanden. Nun seien die Techniker gefordert, die Ansprüche für eine umweltgerechte Demontage zu erfüllen.

Wie es um die Zukunft der Kühlgeräteaufbereitung Allgäu steht, sei indes fraglich. «Wir haben vor der Schließung den süddeutschen Raum abgedeckt», erläutert Hiltensberger, «aber die Warenströme sind ja nun seit einem dreiviertel Jahr weg.» Da sei es nicht einfach, wieder Fuß zu fassen. Zu kämpfen habe man auch gegen die Konkurrenz im Ausland. Ausgelegt ist die Kemptener Anlage auf einen Durchsatz von 300000 Kühlgeräten im Jahr.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen