Marktoberdorf/Ostallgäu
Im Ostallgäu erhalten jetzt mehr Bürger Wohngeld

Der Gesetzgeber hat die Kriterien für den Bezug von Wohngeld verbessert. Damit kommen auch im Ostallgäu künftig mehr Haushalte in den Genuss dieser Beihilfe, wenn sie beantragt wird. Beim Wohngeld handelt es sich um Bund-Ländermittel, die über die Wohngeldstellen der Kommunen ausbezahlt werden. «Das Wohngeld ist ein Zuschuss zu den Unterkunftskosten für Personen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen», erläutert Stefan Mohr, Leiter der Abteilung Soziales im Landratsamt.

Anspruch auch für Hausbesitzer

Das heißt, nicht nur Mieter können einen Mietzuschuss bekommen, sondern auch Besitzer eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung haben Wohngeld-Anspruch. «Da zum Beispiel ein Haus als Vermögen nicht angerechnet wird, ist Wohngeld zur Zinstilgung bei den Schulden oder für die Instandhaltungskosten möglich», sagt Mohr.

Generell sei der Anspruch abhängig von der Personenzahl und der Höhe der Miete oder Schuldenbelastung», so Stefan Mohr. Deshalb sei das Wohngeld vor allem für Familien mit mehreren Kindern, Rentner und Selbstständige, «bei denen es mit dem Einkommen nicht so üppig aussieht», interessant.

Momentan beziehen nach Angaben des Landratsamts rund 1000 Haushalte im gesamten Ostallgäu Wohngeld: Das sind circa 1500 Personen. 300 bis 400 Haushalte im Landkreis könnten künftig zusätzlich zu den bisherigen Beziehern in den Genuss des neuen Wohngeldes kommen, schätzt Mohr. Mit der Einführung einer so genannten Heizkostenkomponente, dem Wegfall der Baualtersklassen, der Anhebung der Höchststufe für Miete und Belastung um zehn Prozent sowie der Erhöhung der Tabellenwerte um acht Prozent erweitere sich der Kreis der in Frage kommenden Haushalte deutlich (siehe Rechenbeispiele).

Dass die Ostallgäuer Bürger das neue Wohngeld «gerne» in Anspruch nähmen, sieht der Abteilungsleiter für Soziales an der gestiegenen Anzahl der Anträge seit der Gesetzesänderung am 1. Januar 2009: Bis 20. Januar gingen bereits 111 Anträge auf Wohngeld ein - obwohl der Monat längst nicht vorbei sei. «Bislang waren es am Monatsende durchschnittlich 110», so Mohr.

Wie er betont, habe das Wohngeld nichts mit Sozialhilfe zu tun. So hätten Bezieher von Arbeitslosengeld II, von Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung keinen Wohngeldanspruch, da die Kosten der Unterkunft in der Regel bereits über diese Leistungen gezahlt würden.

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