Marktoberdorf/Ostallgäu
Im Ostallgäu am billigsten

Die Ostallgäuer zahlen schwabenweit am wenigsten für die Müllentsorgung, so ein Vergleich des Umweltministeriums. In einer Sonderauswertung für das Ostallgäu zeigte sich, dass ein Vier-Personen-Haushalt in Bayern im Schnitt 165,40 Euro für das kleinste zulässige Bio- und Restmüllgefäß bezahlt. Im Ostallgäu werden nur 106,80 Euro fällig. Nur in acht Landkreisen Bayerns ist es billiger, allerdings bieten nicht alle eine Biotonne an.

«Man kann es drehen und wenden wie man will, wir kommen von unserem Spitzenplatz nicht weg», so Landrat Johann Fleschhut im Kreisentwicklungsausschuss. Denn laut Klaus Rosenthal, Abfallwirtschaftler im Landratsamt, wurde der Vergleich auf verschiedene Arten durchgerechnet. Selbst wenn man die Gebühreneinnahmen pro Kopf ansetze, schneide das Ostallgäu am besten in Schwaben ab.

Die Unterschiede sind enorm: Bei der Berechnung mit je 40 Liter Rest- und Biomüll als den kleinsten im Ostallgäu zugelassenen Gefäßen für einen Vier-Personen-Haushalt zahlt man im Ostallgäu 106,80 Euro. Eine der zehn Entsorgungsregionen in Schwaben verlangt von einem Vier-Personen-Haushalt sogar mindestens 340,80 Euro - Spitzenwert in Bayern. Oft ist auch ein höheres Mindestvolumen vorgeschrieben.

Da nicht alle Landkreise eine 40 Liter Tonne anbieten, ließ Rosenthal den Vergleich auch für eine Tonne mit 60 Litern Restmüll und 40 Litern Biomüll durchrechnen. Selbst wenn dann 123,60 Euro fällig werden, müssen die Bürger im Ostallgäu hier am wenigsten zahlen. Dass die Gebühren so niedrig liegen, dafür sind vor allem die Bürger verantwortlich. Auch das verdeutlichte Rosenthal. Denn die Ostallgäuer sind eifrige Müllvermeider und Wertstoffsammler, die nicht nur über den Grünen Sack 2007 beispielsweise 43848 Tonnen Wertstoffe aussortierten. Die Restmüllmenge lag bei 17279 Tonnen. Mit Aufklärungsarbeit versuchen die Abfallwirtschaftler den Bio-Anteil in den Restmülltonnen wieder zu reduzieren. Kernstück des Systems sind die 45 Wertstoffhöfe.

Neue Bauschutt-Container

Bei einigen Wertstoffhöfen wird es im Sommer einen neuen Container für Bauschutt geben. Hintergrund ist eine Neuerung bei Bauschuttdeponien. Bereits seit Jahren dürfen die sieben öffentlichen Bauschuttdeponien im Ostallgäu nur noch für eine Übergangsfrist betrieben werden, da eine dicke Lehmschicht im Untergrund fehlt, die das Grundwasser schützt. Sie alle müssen nun zum 15. Juli schließen.

Um kleine Mengen Bauschutt auch künftig flächendeckend entsorgen zu können, werden an weiteren Wertstoffhöfen Container aufgestellt. Wer größere Mengen hat, muss sich an einen privaten Entsorger wenden. Es gibt im Landkreis neun Baufirmen, die Bauschutt einer Aufbereitung zuführen. Sortenreiner Bauschutt ohne Fremdstoffe, so Rosenthal, sei dort auch nicht teurer zu entsorgen als auf den gemeindlichen Kippen.

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