Im Museum lässt es sich stöbern und auch gruseln

Marktoberdorf | hie | Nein, nicht alle Marktoberdorfer waren in der Museumsnacht unterwegs, aber sehr viele: Sowohl bei den einzelnen Veranstaltungen, in den Ausstellungsräumen als auch bei der Kinderbetreuung drängten sich die Besucher, um «ihre» Museen geballt zu erleben. Die Organisatoren waren sehr zufrieden mit der großen Resonanz.

Im Künstlerhaus führte Annette Scholl durch die Ostallgäuer Kunstausstellung und präsentierte als Überraschungsgast Hannelore Kroll mit ihrem Hündchen, welches diese zu ihrem Preisträgerbild «Du bist Deutschland» inspiriert hatte. Die Teilnehmer erfuhren viel über die Motivation der Künstler, aber auch über Scholls Intentionen und Konzepte zur Ausstellung an sich. Eifrige Baumeister schufen derweil mit Esther Balazs aus kleinen Tonziegeln ihr Künstlerhaus.

Viel geboten war vor dem Stadtmuseum: Beim Nägelklopfen war Geschicklichkeit gefragt, beim Münzprägen und Drechseln kamen Neugierige auf ihre Kosten. Die Bubenaugen leuchteten, als der römische Soldat der Römerfreunde zur Feuerschale trat und sein funkelndes Schwert begutachten ließ.

Im Museum selbst gab es ein Programm für die ganze Familie. Da verzauberte das mit Kniepuppen gespielte Märchen «Hänsel und Gretel» die Allerkleinsten, später drängten sich in dem Raum beim Dia-Vortrag von Peter Herbst über «Alt-Oberdorf» so viele Besucher, dass sogar fast die Stehplätze ausgingen. Eine Etage darüber war die Ausstellung «Ländliches Leben rund um den Auerberg» mit Zeichnungen von Marzell Schwarz aufgebaut, aus denen viele vergangene Ansichten wieder sichtbar wurden. Dazwischen war das Reich von Manfred Müller aus Stötten, der nicht nur Tipps zur Ahnenforschung parat hatte, sondern die ein oder andere Besucherin mal zu einem Tänzchen zu Klängen der Musikgruppe Settele aus Sulzschneid einlud.

Am Abend bildete die Ausstellung die Kulisse für einen mundartlichen Hoigate, bei dem Walter Sirch aus Sulzschneid, Gerdi Gebler aus Burk und Rosmarie Streif aus Buching ihre Geschichten und Gedichte zum Besten gaben.

Seltene Handwerkskunst zeigte Friedrich Hamatschek, der in knapp zehn Minuten ein Edelweiß aus Weidenholz schnitzte. Die Kinder begaben sich auf Schatzsuche: «Full House» hatte Herbert Eigler, der rund 40 Mädchen und Buben im abgedunkelten, gruseligen Museum losschickte. Etwas weniger Abenteuerlustige bastelten oder setzten sich ans Steuer des ausgestellten Fendt-Traktors.

Im Riesengebirgsmuseum und im Treppenhaus waren die viel beachteten Trachtenpuppen von Gerda Graumann ausgestellt. Viele Trachten aus dem Sudetenland und aus Bayern hat sie in filigraner Handarbeit gefertigt und bewahrt so die Erinnerung an kaum noch zu sehendes Brauchtum der Vertriebenen.

Ein Stockwerk höher, im Paul-Röder-Museum, ließ es sich in «Ostallgäuer Landschaften und Motive aus Sicht der 50er Jahre» eintauchen. Catherine und Thomas Holleschovsky zeigten stolz zahlreiche Leihgaben des Marktes Unterthingau, die - befreit von schweren Goldrahmen in modernen Passepartouts - modern und frisch wie gerade gemalt wirkten.

Auch Musik kam nicht zu kurz. Außer den Sulzschneidern spielte die Gruppe Ganswohl aus Dattenried und der Stöttener Chor Damasia sang mehrstimmige Volkslieder. Für das leibliche Wohl sorgten die Römerfreunde unter «Senator» Geoffrey Cheeseman mit Lukullus-Tellern und Suppe im Brot.

Wer es schaffte, einen Abstecher ins Hartmannhaus zu machen, kam in den Genuss einer Führung von Winfried Frischmann, der die «Lebensweise der Oberdorfer um das Jahr 1900» beschrieb. Auch dort war die gute Stube voller Museumsgäste, die gern ein wenig der Nostalgie frönten.

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