Eröffnung
Im Löwen-Foyer sind die Entwürfe für ein Hutmuseum im Reich-Gebäude zu sehen

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Vom Foyer aus geht der Blick hinauf in die Sonderausstellung des Museums und hinaus auf den weiten, mit Natursteinen gepflasterten Museumsplatz. So stellen sich die Architekten Marcus Fischer und Michael Gibbesch den Eingang zum neuen Hutmuseum in der früheren Hutfabrik Reich vor. Mit ihrem Entwurf haben sie den ersten Preis beim Architektenwettbewerb der Stadt gewonnen. «Es ist ein Balanceakt, ein Denkmal mit einer neuen Nutzung zu versehen», so Professor Jörg Homeier, Vorsitzender der Jury, bei der Eröffnung der Ausstellung im Löwen-Foyer. Bis 25. Februar sind dort die eingereichten Arbeiten zu sehen.

Die Anforderungen an die Planer waren hoch. Das Denkmal Hutfabrik soll nicht nur als solches erhalten werden, sondern auch verschiedene Nutzungen ermöglichen. Neben einem Hutmuseum auf zwei Geschossen musste ein Veranstaltungssaal unter dem Dach mit Platz für 150 bis 200 Personen berücksichtigt werden, zudem ein Museumsshop und ein Gästeamt im Erdgeschoss. Im angrenzenden Kesselhaus ist ein gastronomischer Bereich vorgesehen. Die stillgelegte Heizungsanlage soll als eine «Art Skulptur» einbezogen werden.

Besonders gut angekommen ist bei der Jury der Entwurf der beiden Sonthofer Architekten Marcus Fischer und Gibbesch. Die beiden würden das Kellergeschoss im Bereich der Sonnenstraße in der Höhe anpassen und dadurch zusätzliche Räume im Erdgeschoss schaffen. Die Küche kann so zwischen Kesselhaus und Hauptgebäude platziert werden.

Im Kesselhaus selber bleibt damit ein «ansprechender Gastraum», so Professor Homeier. Für die Jury ebenfalls wichtig: Die Installation kommt gut zur Geltung.

Den Haupteingang planen die beiden auf der Rückseite des Gebäudes, samt einem großzügigen Foyer, das zumindest teilweise in das zweite Geschoss geöffnet ist und den Blick hinauf ins Museum erlauben würde. Angegliedert ist ein weiter Außenbereich, der eine optimale Nutzung für Open-Air-Veranstaltungen erlaube, lobte Homeier. In den Veranstaltungssaaal im Obergeschoss haben die beiden einen Bar-Servicebereich integriert, der eine Nutzung des Raumes unabhängig von der Küche erlaube.

Kritikpunkt Kosten

Freilich gibt es auch Kritikpunkte am Siegerentwurf. Dazu gehört der «etwas rigorose Umgang» (Homeier) mit einem Baudenkmal. So schlagen die beiden vor, einen Teil der Geschossdecken zu entfernen. Problematisch ist aus Sicht der Jury auch ein Blick auf die Finanzen: Die entfallenen Kellerräume wollen die Planer durch einen unterirdischen Neubau ersetzen. Zwar wurden auch bei der Eröffnung der Vernissage keine Kosten genannt, unter der Hand war aber von acht Millionen Euro für den Siegerentwurf die Rede. Wirtschaftlicher ist aus Sicht der Jury der Entwurf der zweiten Preisträger. Die Architekten Jauss und Gaupp beschränken die Eingriffe in die Bausubstanz auf den Treppenbereich. Die Planer aus Friedrichshafen sehen im Erdgeschoss eine großzügige Cafenutzung vor. Das Foyer ließe sich dank abtrennbarer Bereiche flexibel für Cafe oder Museum nutzen.

Über eine offene Treppe werden Außenbereich und Foyer mit der Gastronomie im Kesselhaus verbunden. Vom Eingangsbereich hätten Besucher einen Blick in das über einen Meter tiefer liegende Cafè mit Dampfkessel. Wesentliches Gestaltungselement ist eine Wendeltreppe, die alle Geschosse anbindet. Deren Bau ginge aber zu Lasten der Ausstellungsflächen im 2. und 3. Geschoss, wie Homeier kritisch anmerkte.

Nebeneingang Sonnenstraße

Mit wenig Eingriffen ins Denkmal kommt auch der 3. Preisträger aus. Der Entwurf von Ambos&Weidenhammer (München) - Hellmut Ambos stammt aus Weiler-Simmerberg - sieht Eingriffe im Sockelgeschoss der Innenhofseite vor. Zwei gläserne Vorbauten sollen zum einen den Haupteingang, zum anderen den Kassenbereich mit Fremdenverkehrsbüro signalisieren.

Ein gläserner Durchgang führt zum Kesselhaus, das «wohltuender Weise» (Homeier) ohne Einbauten auskommt. Anders als die beiden anderen Preisträger sehen die Münchner Planer auch einen Nebeneingang in der Sonnenstraße vor, beispielsweise als schnellen Weg für ältere Busreisende. Einen «schönen Gedanken» (Homeier) hatte das Büro für die Nutzung des früheren Aufzuges: Hüte sollen in einem Paternoster rauf und runter fahren.

Die beiden Geschosse für die Dauerausstellung sind bei Ambos und Weidenhammer als freie Halle erlebbar und «unterstreichen die Wertigkeit der historischen Betonkonstruktion», wie die Jury erklärte.

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