Im letzten Lauf alles gegeben

Von Markus Frobenius | Memmingen Seit 1987 ist Tommi Kunert aus Memmingen im Motorradsport aktiv. Als Bahnsportler fährt der 39-Jährige seitdem auf höchstem Niveau und ist mittlerweile als Deutschlands erfolgreichster Gespannfahrer eine Koryphäe: Vergangenens Wochenende wurde er in Haunstetten mal wieder Deutscher Meister. Wir sprachen mit Kunert über seine zahlreichen Titel.

Zum achten Mal sind Sie Deutscher Meister im Bahnsport geworden. Kommt da noch Freude auf?

Tommi Kunert: Ja sicher, das ist immer etwas anderes, als beim vorigen Mal - andere Gegner und andere Situationen.

Als Routinier haben Sie schon viel erlebt - war es in Haunstetten trotzdem spannend?

Kunert: Auf jeden Fall. Wir mussten auch im letzten Lauf alles geben, da wir mit Stefan Brandhofer punktgleich waren.

Beifahrer gewechselt

Lange Zeit fuhren Sie mit Bernd Kreuzer aus Frankfurt. Nun hatten sie Christof Stelmaszek aus Berghaupten in der 'Pantoffel'. Warum?

Kunert: Wir hatten eine kleine Auseinandersetzung. Aber haben uns schon wieder vertragen. Zudem ist es bei Bernd beruflich bedingt, dass er nicht mehr mit fahren kann.

Bei der EM im August hatten Sie Pech: Sämtliche Vorläufe gewonnen, aber zum achten Titel reichte es nicht. Woran lag es?

Kunert: Wir hatten das Pech, dass ausgerechnet im Endlauf der Schaltzug für den zweiten Gang gerissen ist.

Robert Barth, Gerd Riss und Kunert: Gedeihen in der Memminger Gegend Bahnsportler besonders gut?

Kunert: Ja, offensichtlich hat man bei uns in der Gegend viel Benzin im Blut. Dennoch versuche ich verzweifelt, einen Beifahrer aus unserer Gegend zu bekommen, der auch in der Werkstatt mithelfen kann!

Rad-an-Rad-Rennen spektakulär

Was fasziniert Sie am Gespann-Bahnsport?

Kunert: Das Motorrad ist ein kompletter Eigenbau. Zudem sind Rad-an-Rad-Rennen der Gespanne spektakulär und für Zuschauer sehr spannend.

Sie haben schon in der Supermoto-DM oder bei Endurorennen vordere Plätze belegt. Wie geht es dort weiter?

Kunert: Supermoto ist in den letzten Jahren sehr teuer geworden - das kann ich mir als Privatier nicht mehr leisten. Im Endurosport werde ich ab und zu bei kleineren Rennen starten.

Werden Sie auch weiterhin im Gespann auf Titeljagd gehen?

Kunert: Wenn wir für nächstes Jahr ein gutes Team mit Beifahrer und Sponsoren haben, würde ich gern noch mal den jungen Burschen zeigen, wo es lang geht. Und ich habe vielleicht die Chance, ein paar Rennen im Straßengespann zu fahren - aber das ist noch nicht sicher !

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