Im leeren Lech geht’s ab heute wild zu

Füssen | asp | Ab heute voraussichtlich neun Wochen lang wird der idyllische Lech unterhalb der Theresienbrücke zur Großbaustelle: Das so genannte Schwarzenbachwehr wird saniert. Die Anlieger müssen mit Lärmbelästigungen rechnen. Denn zig Tausende von Tonnen Baumaterial müssen herangekarrt werden. 'Die Sanierung des Schwarzenbachwehres ist zur Fixierung/Konsolidierung der Lechsohle unerlässlich', teilte Rudolf Hegedüs vom Wasserwirtschaftsamt Kempten unserer Zeitung mit.

Denn ohne die Stützfunktion des Schwarzenbachwehres würde sich seinen Worten zufolge die Lechsohle im Stadtbereich von Füssen bei Hochwasser eintiefen. Mit der Folge: Das Ufer würde nachrutschen und die ufernahe Bebauung wäre gefährdet.

Anwohner hatten nach dem Hochwasser im August 2005 am Lech in Füssen Veränderungen an den Ufern beobachtet und das dem Wasserwirtschaftsamt gemeldet. Vor gut einem Jahr wurde deshalb der Wasserpegel zwischen Lechfall und dem Kraftwerk des Allgäuer Überlandwerkes abgesenkt (unsere Zeitung berichtete). Knapp zwei Stunden bot sich damals ein seltener Anblick: Der Lech war in dieser Zeit nur ein 'Flüsschen'. Im Flussbett und am Schwarzenbachwehr waren die Spuren, die das Hochwasser hinterlassen hatte, sichtbar.

Das Wehr war ursprünglich ein 'Steinwurfwehr': Der Lech war durch große Steine, die ins Wasser gelegt wurden, aufgestaut worden. 1934 wurde das Wehr mit Beton hergestellt. Gleichzeitig entstanden zwei Wasserkraftanlagen, die einem Herrn Schwarzenbach gehörten. Als später das Kraftwerk bei Horn entstand und der Lech zurückgestaut wurde, ging das Schwarzenbachwehr im Lech unter.

Beim Hochwasser im August 2005 gingen die Naturgewalten dem Wehr an den Kragen: Das Wasser unterspülte das Bauwerk, das Wehr brach auseinander. Die Folge: Das Flussbett wird tiefer, die Ufer sind gefährdet.

Das Flussbett liegt weitestgehend trocken

Laut Rudolf Hegedüs wird am heutigen Montag mit der Sanierung des stark beschädigten Schwarzenbachwehres begonnen. Geplant ist das beschädigte Betonbauwerk durch eine 'Setzsteinrampe' zu ersetzen. Die Sanierung des Wehres dauert voraussichtlich neun Wochen. Während der Bauzeit wird der Stau des Lechs am Kraftwerk Horn vollständig gelegt, das Flussbett wird damit weitestgehend trocken sein. Während der Baumaßnahme werden eine Vielzahl von Lkw zum Materialtransport und mehrere Bagger zur Verlegung der Wasserbausteine eingesetzt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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