Kempten
Im Fasten Allah näher kommen

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Die Handflächen der Männer und Frauen sind nach oben gerichtet. Vor ihnen auf dem Tisch stehen Teller mit Suppe, Salat sowie Schälchen mit Datteln. Punkt 19.37 Uhr - bei Sonnenuntergang - ruft der Imam in der Moschee in Kempten zum Fastenbrechen und Gebet auf. Die Moslems begehen zur Zeit den Fastenmonat Ramadan. Zum Iftar, dem täglichen Fastenbrechen, hat die Türkisch-Islamische Gemeinde diesmal auch Nicht-Moslems eingeladen.

Der Fastenmonat findet für alle Muslime im neunten Monat des Mondkalenders statt. Heuer ist der Ramadan vom 20. August bis zum 19. September. Er verschiebt sich aufgrund des Unterschieds zum abendländischen Kalender jedes Jahr um zehn Tage. Nach der islamischen Überlieferung offenbarte der Erzengel Gabriel in diesem Monat dem Propheten Mohammed die erste der 114 Suren des Koran.

Gefastet wird während des Ramadan nur am Tag. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ist alles verboten, was zu den leiblichen Genüssen und Annehmlichkeiten des Lebens gezählt werden kann: Essen, Trinken, Rauchen sowie jeglicher sexueller Kontakt.

Kinder, Schwangere oder Kranke müssen nicht am Fasten teilnehmen. «Die ersten drei Tage sind am schwersten, danach gewöhnt sich der Körper daran», erläutert Mustafa Asik, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Türkischen Verein. «Lediglich die Raucher sind tagsüber ein wenig nervös», weiß Asik und zieht an seiner Zigarette. Durch das Fasten wollen die Muslime Allah näher kommen. Es sei auch ein Symbol des Mitgefühls für Hungernde und soll die Selbstbeherrschung stärken.

Dialog der Kulturen

«Integration findet dort statt, wo man sich begegnet und kennenlernt», dankt Siegfried Oberdörfer, Integrationsbeauftragter Kemptens, für die Einladung zum Iftar und betont die Gastfreundschaft der Muslime.

Auch Ulrich Schwab vom Rotary Club Kempten-Residenz begrüßt den Dialog der Kulturen, der vom Türkischen Verein begonnen wurde, und regt zur Fortführung zwischen der christlichen und islamischen Religion an.

Nach dem Essen ruft der Imam zum Abendgebet. Im Gebetsraum der Moschee ist in der Mitte der Wand, die nach Osten zeigt, eine Gebetsnische für den Vorbeter eingelassen. Die Muslime stehen und knien abwechselnd während des zehnminütigen Gebets, das der Imam vorbetet. Ihr Blick ist dabei nach Osten, gen Mekka, gerichtet.

Am Samstag ist der Ramadan zu Ende, am Sonntag feiern die Muslime das Zuckerfest.

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