Allgäu
Im Bus fürs Abitur gelernt

In den Vereinen im südlichen Oberallgäu wird nicht nur großer Wert auf Breitensport gelegt. Ziel ist es auch, Nachwuchssportler zu fördern und an die Spitze zu bringen. Wir stellen die größten Talente der Region vor.

Sonthofen Spaß haben oder Leistungssport betreiben? Wer sagt denn, dass nur das eine oder das andere geht? Bei Lukas Linnartz vom ERC Sonthofen funktioniert beides zusammen. Eishockey, seinen Sport, nimmt der 20-Jährige zwar verdammt ernst. «Schließlich sind wir auch verpflichtet, den Zuschauern, die zu unseren Spielen kommen, eine gute Leistung zu zeigen.» Aber vor allem macht es einfach Spaß. Sonst wäre Lukas, der mit sieben Jahren angefangen hat, wohl auch kaum 13 Jahre lang drangeblieben.

Auf der Straße hat er damals Inline-Hockey gespielt und hat durch seinen Nachbarn Spaß am Sport gefunden. Eishockey lag da nah: Die Schnelligkeit des Spiels, aber vor allem auch der Teamspirit und die Kameradschaft fesseln den 20-Jährigen an seinen Sport. Viele Mannschaftskollegen sind Freunde geworden.

Sich drei Mal in der Woche zum Trainings aufzuraffen, dienstags, mittwochs und donnerstags, fällt dem Zivildienstleistenden deshalb nicht schwer. Mindestens anderthalb Stunden dauern die Übungseinheiten auf dem Eis. Nach dem Warmlaufen trainieren die Spieler zum Beispiel eins gegen eins oder Spielzüge.

Ausdauertraining beim Laufen und pumpen im Kraftraum kommen noch dazu. Das alles nach einem Arbeitstag, der für Lukas morgens um acht anfängt und bis zum späten Nachmittag dauert. Dann nach Hause, «ein bisschen die Füße hochlegen», und dann aufs Eis. «Manchmal bin ich nach der Arbeit schon müde», gibt der Zivildienstleistende zu, aber das sei der Vorteil bei einer Mannschaftssportart: Die Teamkameraden lässt man so einfach nicht hängen. «Auch im Training ist es besser, wenn man zu mehreren ist», sagt Lukas.

Vor allem im Sommer, wenn sich die Spieler in harten Einheiten Kondition antrainieren, könne man sich gegenseitig puschen. Gefragt, ob der Sport bei ihm an erster Stelle steht, muss Lukas nicht lange überlegen: «Auf jeden Fall!» Seine gesamte Freizeit investiert der 20-Jährige ins Eishockeyspielen. Seine Eltern stehen voll dahinter: Lukas Mutter ist im Vorstand des ERC, sein Vater ist Mannschaftsbetreuer. Auch Freunde und Bekannte kommen bei den Spielen oft zum Zuschauen. Verwandte finden es spannend, «dass jemand auch mal was anderes spielt als Fußball».

Als Lukas noch zur Schule ging, verstanden die Eltern trotzdem keinen Spaß. «Die Noten durften wegen des Sports nicht deutlich absinken. Das war Bedingung», erinnert sich der 20-Jährige. Er hat es daher immer geschafft, Schule und Sport unter einen Hut zu bekommen. Als es im März mit dem Lernen fürs Abi los ging, war die Eishockeysaison gerade vorbei, und davor hat er ein ums andere Mal auf der Rückfahrt von Spielen im Bus für anstehende Klausuren gelernt, erzählt er. Und die Fahrten zu Bayernliga-Spiele seien oft sehr lang gewesen .

An nicht selten vier Stunden im Bus hat Lukas sich bereits gewöhnen müssen. Dass dafür ein ganzer Tag draufgeht, macht ihm nichts.

Dafür sei der Aufstieg in die Bayernliga zugleich der bisher größte sportliche Erfolg seiner Mannschaft gewesen, findet der 20-Jährige, der bei den Junioren und Senioren des ERC Sonthofen spielt.

Lob von Trainer Hadraschek

Training und Spiele am Wochenende zusammenaddiert ergeben schnell eine Sechs-Tage-Eishockey-Woche, die Lukas locker wegsteckt. Das bestätigt auch sein Trainer Christoph Hadraschek von der 1. Mannschaft: «Lukas nimmt das alles sehr ernst, ist sehr ehrgeizig, bringt alle körperlichen Voraussetzungen mit», sagt der Coach. «Lukas ist eine feste Größe bei uns.»

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