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Rekord-Pendler
IG BAU Schwaben fordert: Bauarbeiter sollen für den Weg zur Arbeit entlohnt werden

Verfahrene Lebenszeit: Bauleute verbringen oft mehrere Stunden täglich im Auto, um zur Arbeit zu kommen – meist unbezahlt. Jetzt will die IG BAU eine Entschädigung der Wegezeiten durchsetzen.
  • Verfahrene Lebenszeit: Bauleute verbringen oft mehrere Stunden täglich im Auto, um zur Arbeit zu kommen – meist unbezahlt. Jetzt will die IG BAU eine Entschädigung der Wegezeiten durchsetzen.
  • Foto: IG Bau
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Die IG BAU Schwaben fordert: Bauarbeiter sollen für die sogenannten Wegezeiten am Bau entweder mit Geld oder Zeit-Guthaben entschädigt werden. Laut Michael Jäger, Bezirksvorsitzender der IG BAU Schwaben, würden Bauarbeitern zu den "Rekord-Pendlern" in der Region zählen. Demnach nehme ein Großteil der rund 500 Bauarbeiter im Raum Kempten enorme Pendelstrecken in Kauf. Bezahlt werden die Arbeiter für die Fahrerei aber nicht.

Über eine Stunde Weg zum Einsatzort

Nach einer aktuellen Untersuchung des Pestel-Instituts legen Bauarbeiter in Deutschland im Schnitt 64 Kilometer für die einfache Strecke zur Arbeit zurück. In der repräsentativen Umfrage unter 4.800 Bau-Beschäftigten gab jeder Vierte an, mehr als eine Stunde zur Einsatzstelle unterwegs zu sein. Rückfahrt nicht mit eingerechnet. Zum Vergleich: Unter allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern betrifft das nur fünf Prozent. "Um zur Baustelle zu kommen, haben sie nicht nur besonders weite Wege. Die Einsatzorte ändern sich auch ständig", so Jäger.

"Verlorene Lebenszeit"

Auch wenn mobiles Arbeiten zum Bau dazugehöre, würden Familie, Freunde und Freizeit darunter leiden. Der Gewerkschaftler spricht von "verlorener Lebenszeit“. Er fordert die Baufirmen dazu auf, den Einsatz ihrer Mitarbeiter anzuerkennen. Seiner Meinung nach könnte damit auch ein wichtiger Beitrag gegen den Fachkräftemangel geleistet werden. "Berufsstarter überlegen sich dreimal, ob sie in einer Branche anfangen, in der sie mehr Zeit im Bulli als zu Hause verbringen“, so Jäger.

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