Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

"Sauberkeit rettet Leben"
IG BAU fordert mehr Gehalt für Reinigungskräfte in Kempten

Wichtiger denn je: Ohne die Reinigungskräfte als Hygiene-Experten sei die Bewältigung der Corona-Krise kaum denkbar, so die Gewerkschaft IG BAU.
  • Wichtiger denn je: Ohne die Reinigungskräfte als Hygiene-Experten sei die Bewältigung der Corona-Krise kaum denkbar, so die Gewerkschaft IG BAU.
  • Foto: IG BAU
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert mehr Geld für die rund 680 Reinigungskräfte in Kempten. Konkret geht es der Gewerkschaft um ein Plus von 1,20 Euro pro Stunde für die zwei Mindestlöhne in der Branche. Am 3. September gehen die Tarifverhandlungen zwischen der IG BAU und dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) in Köln weiter.

Durch Corona sei deutlich geworden, wie sehr es auf die oft unsichtbare Arbeit von Gebäudereinigern ankomme. "Ohne ihren Einsatz in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Supermärkten würde die Gesellschaft kaum so glimpflich durch die Krise kommen. Letztlich rettet Sauberkeit Leben", erklärt Michael Jäger, Bezirksvorsitzender der IG BAU Schwaben.

Während der Pandemie habe die Arbeitsbelastung der Reinigungskräfte stark zugenommen. "Um die neuen Hygienevorschriften einzuhalten, muss noch häufiger gereinigt werden. Etwa in Schulen soll jede Klinke mehrfach am Tag desinfiziert werden", so der Bezirksvorsitzende. Allerdings sei trotz der Mehrbelastung kein weiteres Personal eingestellt worden und auch einen Bonus habe es trotz dem erhöhten Infektionsrisiko nicht gegeben.

Das fordert die IG BAU:

Die IG BAU fordert in der laufenden Lohn-Tarifrunde für das Gebäudereiniger-Handwerk 1,20 Euro pro Stunde mehr für die zwei Mindestlöhne in der Branche. Der Einstiegsverdienst erhöhe sich laut der Gewerkschaft damit auf 12 Euro pro Stunde. Glas- und Fassadenreiniger bekämen dann 15,30 Euro. Außerdem setzt sich die IG BAU dafür ein, dass Auszubildende 100 Euro mehr pro Monat erhalten. Daneben drängt die Gewerkschaft auch auf das bereits im vergangenen Jahr geforderte Weihnachtsgeld in Höhe von 80 Stundenlöhnen.

Gleichzeitig ruft die Gewerkschaft die Arbeitgeber auf, ein "akzeptables Angebot" in der nächsten Tarifverhandlung vorzulegen. Neben der Anerkennung der unverzichtbaren Arbeit geht es der IG BAU auch um die massiven Lohneinbußen durch die Corona-Krise. Über Monate hinweg hätten die Beschäftigten mit dem Kurzarbeitergeld auskommen müssen. "Nach dieser Durststrecke ist nun jeder zusätzliche Euro wichtig", erklärt Jäger.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen