Wettbewerb
Ideen für das neue «Reich der Hüte»

In zehn Tagen werden die Lindenberger Bürger und Stadträte erheblich mehr über das Kulturzentrum Reichgelände wissen. Am Donnerstag, 17. Februar wird eine Jury die Arbeiten eines Architektenwettbewerbes bewerten, am 18. Februar werden sie im Löwen-Saal der Öffentlichkeit vorgestellt. «Wir werden die Bürger breit informieren und einbinden», kündigt Hauptamtsleiter Roland Kappel an.

Seit Monaten läuft der Architektenwettbewerb zu dem Umbau der früheren Hutfabrik Reich. Er wird Grundlage für die weiteren Entscheidungen des Stadtrates sein. Denn nach wie vor ist nicht beschlossen, ob die Stadt das Industriedenkmal für ein Hutmuseum nutzen wird. Abhängen wird das vor allem von den Kosten. Zumindest eine Aussage zu den fälligen Investitionen in das Gebäude werden beim Wettbewerb erwartet. Bislang war von mindestens sechs Millionen Euro Gesamkosten die Rede. Sollte es zu dem Bau kommen, erwartet die Verwaltung Zuschüsse aus verschiedenen Töpfen.

Zu dem Wettbewerb hatte die Stadt 20 Büros eingeladen, 19 hatten Unterlagen eingereicht, berichtet Stadtbaumeister Kurt Kirschenmann. Insgesamt fünf Büros haben die erste Stufe des Wettbewerbs überstanden. Unter ihren kürt die Jury am Donnerstag in einer Woche einen Sieger. Ausgestellt werden aber die Beiträge aller 19 Büros. Welche fünf in den engeren Kreis gekommen sind, darf die Stadt vorab nicht bekannt geben. Grund, so Stadtbaumeister Kurt Kirschenmann, sind Wettbewerbsregeln der Architektenkammer.

Die Büros mussten etliche Vorgaben beachten. Grundlage ist die Machbarkeitsstudie, die der Museumsfachmann Dr. Haller entwickelt hat.

So ist auf zwei Geschossen des Gebäudes ein Hutmuseum geplant mit 2500 Quadratmetern Fläche, 1000 Quadratmetern davon sind für die Dauerausstellung vorgesehen, 200 bis 250 Quadratmeter für wechselnde Schauen. Im Dachgeschoss sollen die Planer einen Veranstaltungsraum für 150 bis 200 Personen berücksichtigen, der separat erschlossen wird, weil er außerhalb der Museums-Öffnungszeiten zugänglich sein muss. Im Erdgeschoss mussten die Architekten unter anderem ein Gästeamt und einen Museumsshop berücksichtigen.

Kesselhaus offen für Kleinkunst

Im angrenzenden Kesselhaus ist ein gastronomischer Bereich vorgesehen. Die stillgelegte Heizungsanlage muss nach der Wettbewerbsausschreibung als eine «Art Skulptur» einbezogen werden. Zudem soll das Kesselhaus auch außerhalb der Öffnungszeiten des Museums genutzt werden können, etwa für Kleinkunstveranstaltungen. Mit Blick auf die vielfältigen Nutzungen spricht Bürgermeister Johann Zeh auch lieber von einem «Kulturzentrum» als einem Hutmuseum.

Das neue Museum will sich mit dem Titel «Das Reich der Hüte» bewusst vom Image eines «verstaubten» Museums absetzen. Angeboten werden soll mit einer «neuartigen und attraktiven Konzeption» eine umfassende kulturwissenschaftliche Ausstellung über die Hut-Kultur.

Das schließt die Produktion und die Menschen, die dafür verantwortlich zeichneten genauso ein wie den Blick auf den Verbraucher, sprich Hutträgerinnen und -träger.

Podiumsdiskussion?

Für die Stadt ist die Nutzung der früheren Hutfabrik Reich, die einst größter Arbeitgeber in Lindenberg war, eines der wichtigsten Vorhaben der kommenden Jahre. Die Verwaltung hat deshalb angekündigt, die Bevölkerung stark einzubinden. In welcher Form das geschehen wird, ist laut Hauptamtsleiter Roland Kappel aber noch nicht entschieden. «Das kann eine klassische Bürgerversammlung sein, aber beispielsweise auch eine Podiumsdiskussion».

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