Buchloe
«Ich will zeigen, was Kirchenmusik zu bieten hat»

Kritik mussten Kirchenchor und Kirchenmusiker Thorsten Schmehr nach der Messe, die sie an Pfingsten aufgeführt hatten, einstecken: Die «Missa in Dominicis Diebus» von Claudio Merulo hatte einige der Gottesdienstbesucher offenbar überfordert; kritisiert wurde vor allem auch die Länge der Aufführung (wir berichteten). Dass man nicht immer alle Geschmäcker bedienen kann, verstehe sich von selbst, sagt Kirchenmusiker Schmehr, dennoch nimmt er die Kritik «sehr ernst», will sie aber auch nicht überwerten. «Ich glaube nicht, dass unsere Musik hier zu anspruchsvoll ist», sagt der 37-Jährige, räumt aber ein: «Sie ist manchmal vielleicht etwas unbekannt».

Für das Patrozinium am kommenden Samstag hat Schmehr eine neue Messe einstudiert: eine französisch-romantische Messvertonung von Guilmant. «Das ist eher was fürs Gemüt», meint Schmehr und ist überzeugt, dass die Messe gut ankommen wird.

«Ein gewisses Niveau halten»

Seit rund zwölf Jahren arbeitet der 37-Jährige als Kirchenmusiker in Buchloe und hat in dieser Zeit mit dem Chor rund 40 Messen einstudiert. «Ich denke, die meisten haben den Gottesdienstbesuchern auch gefallen», sagt er.

Als Kirchenmusiker habe er jedoch auch die Aufgabe, «ein gewisses Niveau zu halten». Und deshalb nehmen er, der Kirchenchor und verschiedene Orchester es auch gerne auf sich, etwa dreimal pro Jahr Messen in zeitaufwendiger Vorbereitung einzustudieren. Beeindruckt zeigt sich Schmehr in diesem Zusammenhang vom Engagement der rund 25 Sängerinnen und Sänger.

Eine Probe pro Woche

«Wir proben mindestens einmal pro Woche und müssen immer präsent sein, egal ob bei Beerdigungen oder Taufen», berichtet eine von ihnen. «Seltsamerweise lobt uns keiner, wenn etwas gut klappt», meint sie. In der Vergangenheit habe der Chorleiter «immer wieder mal etwas Neues präsentiert, was meistens auch gut aufgenommen wurde».

Messen sind jedoch nur ein Schwerpunkt der Arbeit des Kirchenmusikers. Ein anderer ist die Gestaltung der «alltäglichen» Gottesdienste. Und dabei ist der Chor meist nicht mit von der Partie.

Auch dort möchte der Kirchenmusiker den Buchloern die Vielfalt der Kirchenmusik näher bringen. «Ich will zeigen, was diese Musik zu bieten hat.» Manchmal müsse er aber «schwer darum ringen, die Musik in den Gottesdienst mit einzubauen».

An Fantasie mangelt es ihm dabei nicht: Klassische Kirchenlieder mischt er gerne mit modernen Klängen, etwa aus dem eigens gestalteten Gesangbuch Cantabile. «Einmal pro Monat gestalten wir einen Gottesdienst nur mit diesem Werk, manchmal begleitet von der Firmband oder unterstützt durch andere Solisten», berichtet Schmehr: «Wir müssen einfach schauen, dass wir mit den Möglichkeiten, die sich hier bieten, zurechtkommen».

Durchschnittsalter 58 Jahre

Damit diese in Zukunft nicht eingeschränkt sind, hofft er - wie viele andere Chorleiter in der Umgebung auch - vor allem das Nachwuchsproblem des Kirchenchores in den Griff zu bekommen. Der Buchloer Chor etwa hat ein Durchschnittsalter von 58 Jahren. Junge Sänger sind rar. «Da muss man sich schon ernsthafte Gedanken um die Zukunft machen», sagt Schmehr.

Wer Interesse hat, im Kirchenchor zu singen, kann sich an Helmut Jambor, Telefon 08241/2759, wenden. Weitere Informationen gibt es auch unter www.kirchenmusik-buchloe.de Die «Troisiéme Messe Solennelle» von Félix-Alexandre Guilmant ist zum Patroziniums-Festgotttesdienst am Samstag, 15. August, um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche Buchloe zu hören.

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