Durach
«Ich habe mir den Frust von der Seele gefahren»

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Da liegt sie, auf dem heimischem Wohnzimmertisch, und schimmert im Sonnenlicht. Die dritte internationale Medaille für Radsportlerin Lisa Brennauer (21). Gewonnen mit dem deutschen Team bei der U 23-Europameisterschaft im Bahnradfahren in Minsk (Weißrussland). «Die Medaille ist aus Bronze. Aber sie sieht fast aus wie eine goldene. Und für mich hat sie auch ähnlich viel Bedeutung», strahlt Lisa Brennauer, die vor vier Jahren Junioren-Weltmeisterin im Straßenrennen wurde und nach einer schweren Verletzung zuletzt eine schwierige Phase durchmachte.

Beim Großen Preis von Kuhardt (Rheinland-Pfalz) war sie bei einem Massensturz auf den Asphalt geknallt und zog sich eine Sehnenquetschung am rechten Zeigefinger zu. «Ich weiß nicht, ob ich ihn jemals wieder ganz normal bewegen kann», sagt Lisa Brennauer zwei Monate später und blickt auf die noch immer geschwollene Kuppe.

Wegen der Verletzung konnte sie vor der EM kein einziges Mal auf der Bahn trainieren. Ihr einziges «Training» auf einem Rundkurs war die «Deutsche» in Erfurt, an der sie kurz vorher teilnahm und mit Platz fünf (Einerverfolgung) und sechs (Punktefahrt) zurückkehrte.

«Meine Zeiten fand ich so schwach, dass ich eigentlich gar nicht zur EM fahren wollte», gesteht die Allgäuerin. Doch das Visum für Minsk war längst bestellt - außerdem machte ihr der Bundestrainer Mut. Mit gutem Grund: Brennauer ist ein Wettkampf-Typ.

Zugpferd für die Team-Mitglieder

Die Atmosphäre in Minsk spornte sie trotz Trainingsrückstand zu Höchstleistungen an. «Die Bahn war ganz neu. Davon kann man hierzulande nur träumen», erzählt die Zeitsoldatin. Im Mannschaftswettbewerb wurde sie zum «Zugpferd» für ihre Teamkolleginnen Franziska Merten (20/ Sachsen-Anhalt) und Laura Dittmann (20/Baden-Württemberg).

Brennauer startete als Schnellste; die beiden anderen reihten sich in ihrem Windschatten ein. Danach übernahm immer wieder eine andere Fahrerin aus dem Trio die Führung auf der 3000 Meter langen Strecke. Brennauer: «Es war unglaublich, wie gut die Taktik funktionierte. Wir hatten vorher ja kein einziges Mal zusammen trainiert.

» Hinter der Ukraine und Belgien kam das deutsche Team auf Rang drei und Lisa Brennauer konnte nach langer Durststrecke endlich wieder strahlen. «Dieser Erfolg puscht mich enorm», sagt die Profi-Fahrerin vom Team «Equipe Nürnberger», die im 3000-m-Einzel dann noch in persönlicher Rekordzeit (3:44 Minuten) Sechste wurde.

Jetzt träumt Brennauer von einer Nominierung für die Straßen-WM der Frauen im September in der Schweiz: «Das wäre die Krönung. Wenns dieses Jahr nicht klappt, dann hoffentlich im nächsten.»

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