Oberstaufen
«Ich habe dem Trachtenverein viel zu verdanken»

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Wenn Hans Lingg in ein paar Tagen seinen 75. Geburtstag feiert, geht für den Trachtenverein DHochgratler Oberstaufen eine Ära zu Ende. Lingg wird dann - nach 56 Jahren - nicht mehr bei den Heimatabenden im Kurhaus als Ansager auf der Bühne stehen. Knapp 600 Veranstaltungen hat er in der Vergangenheit moderiert, immer ohne schriftliches Konzept, stets in freier Rede.

Er hätte gerne einen Nachfolger für sein Amt gefunden und er hätte diesen Nachfolger auch gerne eingearbeitet, sagt Lingg. Aber bisher gebe es niemanden, der dieses Amt übernehmen will. «Vielleicht liegt es daran, dass man sich nicht so recht traut, auf der Bühne vor großem Publikum zu sprechen», meint er. Er habe das freie Sprechen früh gelernt. «Meine Mutter war die Heimatdichterin Josepha Lingg. Als Kind musste ich ihre Gedichte vortragen.»

«Ich habe keinen Tag bereut»

Zu seinen Moderationen bei den Heimatabenden gehörte auch immer die Vorstellung der Historischen Tracht und der Gebirgstracht. «Ich habe den Gästen immer Geschichtliches über Oberstaufen erzählt. Das kommt gut an. Das wollen die Leute doch wissen.

» Moderiert hat Lingg auch aushilfsweise bei anderen Vereinen, bei Festen, Feiern oder bei den Adventsveranstaltungen der Familie Kerber. Und er hat eine CD mit eigenen Liedern und Ausschnitten aus seinen Moderationen herausgebracht. Ein Lied aus seiner Feder ist das Stück «In Staufen im Allgäu bin ich geboren». Dieses Lied hat die Jodlergruppe Oberstaufen für ihren Auftritt beim diesjährigen «Allgäuer Lieder- und Jodlertag» einstudiert. Darauf sei er stolz, sagt Lingg. Der Staufener Chronist Benedikt Höß hat sein Lied als «Hymne auf die Heimat» bezeichnet.

«Ich bin seit 56 Jahren im Trachtenverein und ich habe es an keinem einzigen Tag bereut», sagt Hans Lingg. Dabei war sein Einstieg ins aktive Vereinsleben ungewöhnlich: Es habe zwar einen Ersten Vorstand gegeben, aber der wollte nicht in Erscheinung treten. «Der hatte das Amt nur unter der Bedingung übernommen, dass ich Zweiter Vorstand werde, den Verein leite und die ganze Arbeit erledige. Das habe ich getan.» Somit stand Hans Lingg mit 19 Jahren bereits an der Spitze eines Trachtenvereins. In seinen Trachtenvereinsjahren war Hans Lingg engagierter Plattler und Mitglied der Jodlergruppe. Musik gemacht hat er auch im «Lingg Trio» zusammen mit seinen Brüdern. Auch in seinem ehemaligen «Bergstüble» und jetzt in seinem «Hotel Bergkristall» hat er regelmäßig für seine Gäste gejodelt und gesungen und Gitarre gespielt.

Zwanzig Jahre lang war Lingg in der Theatergruppe, hat als junger Mann stürmische Liebhaber und später dann gesetztere Rollen wie Bürgermeister oder Bauer übernommen. «Für die ganz Alten hab ich zu früh aufgehört.»

Sechs Jahre Zweiter Bürgermeister

Neben seinem Engagement bei den Trachtlern war Hans Lingg 30 Jahre Gemeinderat und sechs Jahre Zweiter Bürgermeister. Seinen 75. Geburtstag will Hans Lingg «ganz klein» im engsten Familienkreis feiern. «Ich habe in meinem Leben viel gearbeitet und viel Freude gehabt», sagt er. «Und ich habe dem Trachtenverein sehr viel zu verdanken.»

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