Neuer Bischof
«Ich erwarte, dass er auch einmal bei uns vorbeischaut»

Nun ist es offiziell: Konrad Zdarsa ist neuer Bischof von Augsburg. Auch im Füssener Land haben am Samstag viele Gläubige am Bildschirm verfolgt, wie der neue Oberhirte ins Amt eingeführt wurde. Gertrud Huber, Schriftführerin im Nesselwanger Pfarrgemeinderat, hatte allerdings keine Zeit, vor dem Fernseher zu sitzen: «Meine Kinder waren krank. Es ging leider nicht.» Eine Meinung zum neuen Bischof hat sich die 35-Jährige dennoch gebildet: «Ich habe ihn als sehr bescheidenen Menschen wahrgenommen, der nicht im Mittelpunkt stehen will.» Ähnlich positiv äußert sich auch Barbara Schumann, Mitglied des Pfarrgemeinederats in Füssen: «Im Fernsehen hat er mir gut gefallen. Er wirkt unaufdringlich und gelassen.»

Annemarie Mayer, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in Seeg, geht es eher so wie vielen Pfarrern im südlichen Ostallgäu (wir berichteten): «Ehrlich gesagt möchte ich ihn erst näher kennenlernen, um ihn einzuschätzen», sagt Mayer. Trotzdem sieht sie klare Aufgaben, die vor dem neuen Oberhirten liegen: «Junge Menschen sind die Christen von morgen. Auf sie muss Konrad Zdarsa vor allem zugehen.» Zdarsas Vorgänger, Bischof Walter Mixa, sei zu konservativ gewesen und habe deshalb viele Menschen - besonders die jungen - nicht mehr erreicht. «Ich sehe es als eine Hauptaufgabe, das zu ändern», so die 54-Jährige.

Die Jugendarbeit weiterführen

Mit diesem Wunsch steht Mayer nicht alleine da: «Ich erwarte vom neuen Bischof, dass er die Jugendarbeit weiterführt», fordert Ministrant Benedikt Eggensberger aus Hopfen. Gertrud Huber springt dem 15-Jährigen zur Seite: «Es müssen wieder mehr Jugendliche für die Kirche begeistert werden.»

Annemarie Mayer hat noch einen ganz persönlichen Wunsch: «Ich erwarte schon, dass er persönlich einmal in Füssen oder Seeg vorbei schaut.» Nur so könne er auch wirklich die Menschen in seiner neuen Diözese erreichen - und erfahren, was sich die Gläubigen wünschen.

Die Mitglieder des Füssener Pfarrgemeinderats wünschen sich wieder eine geschlossenere Diözese: «Ich erwarte, dass er unseren Glauben stützt und stabilisiert und die Ausgetretenen wieder zurückführt», so Barbara Schumann. Ihre «Kollegin» Rita Schimmer will, dass Zdarsa «wieder Ruhe ins Bistum bringt».

Hoffnung macht man sich nach der Absetzung von Bischof Walter Mixa vor allem auf der protestantischen Seite: «Ich wünsche mir, dass Konrad Zdarsa vor allem bei der Ökumene einen offeneren Dialog sucht als sein Vorgänger», so Ute Schuch, Vertrauensfrau des evangelischen Kirchenvorstands in Pfronten.

In ihrer Gemeinde funktioniere die Zusammenarbeit mit Pfarrer Bernd Leumann «toll»: «An der Basis passt es, aber an der Spitze der Katholischen Kirche ist noch Luft nach oben.» Allzu große Hoffnungen setzt sie in den neuen Oberhirten der Katholiken allerdings auch nicht: «Um wirklich etwas zu bewegen, müsste sich der Papst ändern.» Und ein kleines «Problem» hätte sie mit Konrad Zdarsa, verrät Schuch: Die perfekte Aussprache seines Namens habe sie noch nicht gefunden. Schuch lacht: «Ich schaue einfach, wie die anderen ihn aussprechen.»

(dr/reh)

 

Rita Schimmer

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