Ich bin richtig glücklich

Von Benjamin Schwärzler | Weiler-Simmerberg Skibergsteigen zählt zwar eher zu den Randsportarten, doch das heißt nicht, dass dort jeder machen darf, was er will. So gibt es auch hier Anti-Doping-Bestimmungen. Um zur Junioren-WM fahren zu können, musste Jonas Schlachter sich deshalb vom Arzt eine Bescheinigung geben lassen, dass sein Asthmaspray aus rein gesundheitlichen Gründen eingesetzt wird - und nicht zur Leistungssteigerung. Seit seinem vierten Lebensjahr hat der Simmerberger diese Erkrankung der Atemwege.

Vom Sporttreiben hat das den 16-Jährigen allerdings nie abgehalten. Ob Fußball, Radfahren oder Ski alpin - für Jonas Schlachter gehören Bewegung und körperliches Training zu einem gelungen Tag dazu.

Einen von vier Plätzen erhalten

Das i-Tüpfelchen ist nun die Nominierung in die deutsche Nationalmannschaft, für die er bei der einwöchigen Junioren-WM im Skibergsteigen starten wird. 'Ich war schon sehr überrascht. Meine Leistungen waren zwar ganz gut, aber ich hätte nicht gedacht, dass die Ergebnisse reichen würden', sagt der Gymnasiast. Dennoch hat er von Bundestrainer Georg Nickaes einen von nur vier Plätzen in der deutschen Auswahl erhalten. 'Ich bin richtig glücklich', sagt er.

Erste Skitour mit sechs Jahren

Seine ersten Skitouren hat Jonas Schlachter als Sechsjähriger zusammen mit Papa Rolf absolviert, der selbst an Wettkämpfen teilnimmt. So richtig ins Rollen gekommen ist seine Leidenschaft aber erst vor zwei Jahren, als er aus purer Neugier bei einem Jugendcamp des Deutschen Alpenvereins (DAV) für Wettkampf-Skibergsteigen teilgenommen hat. Sein erstes Rennen war kurz darauf gleich die deutsche Meisterschaft. 'Da lief es nicht gut. Ich habe Blasen bekommen und war nicht richtig trainiert. Kondition hatte ich nur vom Fußball und Laufen', erzählt der Simmerberger.

Seitdem ging es richtig bergauf. Erst kürzlich wurde er deutscher Vizemeister in der Teamwertung mit seinem Partner Maximilian Seebeck (München). Bei der Einzelmeisterschaft lag er ebenfalls auf Platz 2, bekam dann aber einen Hungerast und fiel auf den vierten Rang zurück. 'Das Rennen war mit 1100 Höhenmetern ausgeschrieben, ging dann aber letztlich über 1500', erzählt der Athlet des Teams Radsport Greiner (Weiler).

Am heutigen Samstag fährt er zusammen mit seinen Eltern zur WM, die in der Nähe von Genf stattfindet. In der Schweiz wird er drei Rennen bestreiten, bei denen er sich in seiner Altersklasse 1990-92 mit jeweils rund 30 Kontrahenten aus aller Welt messen muss. 'Dabei sein ist alles, aber Platz 15 wäre schon super. Und ich will verletzungsfrei bleiben', hat er sich vorgenommen.

Außerdem möchte er die Woche nutzen, um sich bei der gleichzeitig stattfindenden Erwachsenen-WM ein paar Tipps und Tricks abzuschauen: 'Abfahrt, Lauftechniken und vor allem den Fellwechsel - denn da kann man richtig viel Zeit verlieren, manchmal bis zu einer Minute', weiß er 16-Jährige. Seine Stärken sieht er vor allem im läuferischen Bereich, wobei ihm seine Vergangenheit als alpiner Skifahrer bei der RG Weiler-Simmerberg zugute kommt. Und das Asthma, das kommt ihm dabei auch nicht in die Quere, versichert er.

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