Hutmuseum
Hutmuseum erwartet mindestens 30000 Besucher im Jahr

Lindenbergs Bürgermeister Johann Zeh spricht von einem «überschaubaren Risiko». Damit meint er die Betriebskosten eines Hutmuseums, beziehungsweise Kulturzentrums in der früheren Hutfabrik Reich. Maximal 150000 Euro Defizit, schätzt der Rathauschef, müsste die Stadt im Jahr für die Einrichtung ausgleichen. Grundlage einer entsprechenden Näherung ist die Studie von Museumsfachmann Dr. Jörg Haller.

Besucherzahlen 30000 Besucher im Jahr nennt Dr. Haller als Untergrenze für ein neues Hutmuseum. «Eine sehr vorsichtige Schätzung», so Bürgermeister Zeh. Bei 300 Öffnungstagen müssten täglich 100 Besucher kommen, um auf die Gesamtzahl zu kommen. «Zwei volle Reisebusse» (Zeh). Realistisch hält die Verwaltung 30000 Gäste auch mit Blick auf die Besucher im jetzigen Museum. 4000 werden dort im Jahr gezählt. Geöffnet ist das Museum aber nur stundenweise mittwochs und sonntags - insgesamt rund 220 Stunden im Jahr. Das neue Museum soll etwa 2500 Stunden offen stehen.

Ähnlich lange (oder länger) sind andere Museen mit überregionaler Ausstrahlung geöffnet, wie Hauptamtsleiter Roland Kappel mit Blick auf die Inatura (Dornbirn), das Dornier- (Friedrichshafen) und das Textilmuseum (Augsburg) erklärt.

Betriebskosten Sie schätzt Dr. Haller auf 100000 Euro. Damit bewegt er sich nach Ansicht der Verwaltung auf der «sehr sicheren» Seite, so Roland Kappel. Der Hauptamtsleiter nimmt die Raumkosten für Rathaus und Grundschule (vor der energetischen Sanierung) als Maßstab. Dort muss die Stadt 12,16 beziehungsweise 13,80 je Quadratmeter im Jahr aufwenden.

Den Mittelwert von 13 Euro auf das Hutmuseum übertragen, würde das Gebäude - einschließlich Veranstaltungssaal im Dachgeschoss und Erlebnisgastronomie im Kesselhaus 39000 Euro im Jahr für Strom und Energie kosten.

Marketing 50000 Euro sind für Werbung und den Wechsel von Ausstellungen vorgesehen. Beides soll zu einer Steigerung der Besucherzahlen führen.

Personalkosten Vorgesehen sind eine Vollzeitstelle für einen Museumsleiter und eine halbe Stelle für die Museumspädagogik. Eingestuft werden sollen sie in der Entgeltgruppe 13, beziehungsweise 11 und damit eher an der oberen Kante dessen, was üblich sei, so Hauptamtsleiter Roland Kappel mit Blick auf Ausschreibungen, die er bundesweit ausgewertet hat. Die so angesetzten 100000 Euro im Jahr an Personalkosten seien «gut gerechnet».

Synergieeffekte erwartet die Stadt durch die Verlegung des Gästeamtes in das Erdgeschoss des Reich-Gebäudes. Thekenbereich und Verkäufe über den Museumsshop sollen Mitarbeiter des Gästeamtes abwickeln. Die Verlagerung des Gästeamtes würde es der Stadt ermöglichen, im Rathaus ein Bürgerbüro einzurichten. Es wäre erste Anlaufstelle für alle Lindenberger.

Eintrittsgelder Dr. Haller nimmt in seinem Konzept fünf Euro für Erwachsene, zwei Euro für Kinder und 11 Euro für Familien an. Bei drei Euro als Mittelwert und 30000 Besuchern kämen 90000 Euro in die Kasse. Erlöse aus Verkäufen im Museumsshop nicht mitgerechnet.

Gesamtdefizit Bei maximal 250000 Euro Betriebskosten und 90000 Euro Eintrittsgeldern kommt die Verwaltung auf ein Defizit von 160000 Euro im Jahr. Angesichts der vorsichtigen Schätzungen geht Bürgermeister Zeh aber davon aus, «deutlich besser abschneiden zu können». Zumal Dinge wie eine Saalmiete oder eine Pacht fürs Kesselhaus nicht berücksichtigt seien.

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