Lindenberg
Hutkönigin ganz in orange

Anna Benedicta Walser strafft den orangenen Schal über ihren Schultern, ihr Blick geht hinüber zur Jury, ein Lächeln huscht über ihr Gesicht - die 42-Jährige ist Deutsche Hutkönigin. «Ich bin überrascht und überwältigt», freut sie sich unmittelbar nach der Wahl auf dem Lindenberger Stadtplatz

Anna Walser stellte sich den Lindenbergern ganz in orange vor. Die Schuhe hatte sie vor eineinhalb Jahren in Ulm erstanden, dann kam das Kostüm, ein Schal aus Paris folgte, «irgendwann war das Outfit dann perfekt», schilderte sie. Den farblich passenden Hut schließlich hat sie bei einer «kleinen Hutmacherin» erworben.

Die Auftritte vor Publikum beim Huttag genoss die 42-Jährige. «Ich fühle mich schon den ganzen Tag wie eine Königin, zumindest wie eine Prinzessin», bekannte sie bei der entscheidenden Runde auf dem Stadtplatz.

Ihr Amt tritt sie mit hehren Vorsätzen an. Den Hut will sie wie ihre Vorgängerinnen populärer machen. «In Lindenberg ist es vielleicht nicht so nötig, aber regional, national und auch international. Wir sind ja beim Hutmachen ganz vorne mit dabei» , sagt Anna Benedicta Walser, die sich in Ehingen um die Kulturarbeit der Stadt kümmert.

Über eine Zeitschrift war sie vor zwei Jahren auf das Amt der Hutkönigin aufmerksam geworden.

Die Jury hatte sich ungewöhnlich viel Zeit für ihre Entscheidung genommen. Über eine halbe Stunde zog sie sich ins Rathaus zurück. «Es war ganz, ganz eng», bekannte Bürgermeister Johann Zeh hernach, sprach von «vielen Diskussionen» und «fünf sehr guten Bewerberinnen».

Das Publikum hatte schnell zwei Favoritinnen: Neben Anna Benedicta Walser die Lindauerin Kathrin Wenger. Die 25-jährige angehende Lehrerin (Chemie und Erdkunde) gewann durch ihre spontane Art viele Sympathien. Vor allem junge Leute wollte sie im Falle einer Wahl fürs Hütetragen begeistern. «Ein Hut passt nicht nur zu Kleid und Kostüm, sondern auch zu Jeans und T-Shirt», sagte die 25-Jährige. Ihr Manko: Sie trägt nach eigenem Bekunden mehr Mützen denn Hüte. Und die Kleidung für den Huttag hatte sie teils von Bekannten geliehen.

Erstmals nach vielen Jahren hatte sich auch eine Lindenbergerin wieder um das Amt der Hutkönigin beworben: Maria Angela Schipani-Kirchmann. «Zumindest jeder zweite Lindenberg sollte einmal in die Hutläden der Stadt schauen, sich einen Hut aufsetzen und sagen, der steht mir», wollte sie sich als Ziel für eine Amtszeit vorgeben - vergeblich. Die Lindenberger müssen weiter auf eine Hutkönigin aus ihrer Stadt warten.

90 Auftritte für die Stadt

90 Auftritte hat die scheidende Hutkönigin Conny Brendle in den vergangenen beiden Jahren für die Stadt und die Firma Mayser absolviert. «Ich bleibe der Stadt treu und werde mich weiter für den Lindenberger Hut einsetzen», kündigte sie zu ihrem Abschied an, möglicherweise schon bald im geplanten Museumsverein.

Ihre Nachfolgerin Anna Benedicta Walser bekam neben einer kleinen Statue mit Hüten - als wanderpreis gestiftet vom Basler Hutclub - als Antrittsgeschenk der Stadt ein Wellnesswochenende. Damit, so Lindenbergs Bürgermeister Johann Zeh, könne sie sich fit machen für die Anstrengungen des Amtes. «Damit sie in zwei Jahren noch so gut aussehen wie heute».

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