Special Wintersport im AllgäuSPECIAL

Stürze
Hunderte Verletzte auf Pisten und glatten Straßen

Beim Skifahrer ists der Unterschenkel, beim Snowboarder sind es Schultern und Arme und beim Spaziergänger kommt es auf das Alter an, ob eher Hüfte oder Schulter. Fest steht jedoch: Wer sich in diesen Tagen aufs Glatteis begibt - ob sportlicherweise oder schlicht und einfach auf der Straße -, der läuft Gefahr, darauf auszurutschen. Dass sich diese Unfälle tatsächlich häufen, belegen die Zahlen aus den Krankenhäusern im Oberallgäu und auch in Kempten: Tagtäglich wird dort derzeit gegipst und bei Operationen wieder zusammengeschraubt, was auf eisigen Flächen zu Bruch ging.

«Das Patientenaufkommen ist derzeit besonders hoch», bestätigt Dr. Max Markmiller, Chefarzt der Unfallchirurgie am Kemptener Klinikum. Tagtäglich müssen Brüche von Handgelenken, Schultern und Oberschenkelknochen, Verstauchungen, schmerzhafte Zerrungen oder Bänderrisse versorgt werden. Dabei seien die Verletzungen, die sich Wintersportler und Fußgänger zuziehen, sehr unterschiedlich - und sehr typisch für die jeweilige Aktivität vor dem Sturz. Ein Überblick:

Der Skifahrer: Ihn erwischt es, weiß Markmiller, meist im Unterschenkelbereich. Typische Verletzungen für die Sportler auf zwei Brettern seien Kreuzbandrisse, andere Verletzungen von Sehnen und Schienbeinbrüche.

Der Snowboardfahrer: Durch die höhere Schräglage, in der er sich befindet, verletzt er sich meist am Schultergürtel und an den Armen. Dabei brechen sich Snowboarder oft die Handgelenke. Böse Prellungen, so der Chefarzt, ziehen sich Skifahrer und Snowboarder außerdem nicht selten zu.

Der Auf-glatter-Straße-Ausgerutschte: Da ist laut Markmiller meist das Alter für die Art der Verletzung ausschlaggebend. So würden ältere Menschen sich oft Handgelenke, Hüfte oder den «körpernahen Oberarm» brechen, während jüngere Menschen sich auch immer wieder die Schulter ausrenken würden. Auch Brüche der Handgelenke spielten bei ihnen oft eine Rolle.

Generell gilt: Wer sich bei einem Sturz eine Fraktur - also einen Bruch - zuzieht, muss in über 80 Prozent aller Fälle auch operiert werden. «Das liegt einfach daran, dass die meisten Brüche nicht glatt durchgehen und dann wieder problemlos zusammenwachsen», betont Unfallchirurg Markmiller.

Schneller wieder auf den Beinen

Brüche zu operieren, habe übrigens vor allem für ältere Menschen einen entscheidenden Vorteil: Sie kommen schneller wieder auf die Beine als das der Fall wäre, würde man einen Bruch lediglich eingipsen. «Tage- oder sogar wochenlanges Liegen kann bei alten Leuten schnell zu Druckgeschwüren oder zu einer lebensbedrohenden Lungenentzündung führen», sagt Markmiller.

Und was kann man tun, damit es am besten gar nicht erst zum Knochenbruch kommt? Vor allem Wintersportlern rät der Arzt, einen Helm zu tragen und die Extremitäten und den Rücken mit entsprechenden Protektoren zu schützen.

 

Die Beine beim Skifahren überkreuzt und dann auf der harten Piste aufgeschlagen - das ließ den Urlaub von Frank Andries aus Mesenich in der Klinik Immenstadt enden. Andries hat eine sehr schwere Wirbelverletzung erlitten, die zwei Operationen erforderte: Rechts: Der behandelnde Chirurg Dr. Karsten Menzel.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen