Ausstellung
«Humedica» bei der Arbeit im Erdbebengebiet von Haiti begleitet

Nachdem am 12. Januar vergangenen Jahres die Erde in Haiti gebebt und die Naturkatastrophe Hunderttausende von Opfern hinterlassen hatte, waren die Medien voll von bedrückenden Bildern aus dem karibischen Inselstaat.

Einige Monate später war der Berliner Bildjournalist Thomas Grabka auf Einladung der Kaufbeurer Hilfsorganisation «Humedica» dort, um das Leben der Menschen und die Arbeit der Helfer zu dokumentieren. Durch den ganz eigenen Blick des krisenerprobten Fotografen sind dabei Bilder entstanden, die neue Perspektiven auf das Leid, aber auch auf die Hoffnung der Opfer eröffnen. Rund 50 dieser Aufnahmen sind nun im Foyer im Neubau des Kaufbeurer Rathauses zu sehen.

Auch wenn Grabka angesichts der Revolutionen in der arabischen Welt seinen Platz derzeit eher an der ägyptisch-libyschen Grenze als im Allgäu sieht, war er zur Ausstellungseröffnung nach Kaufbeuren gekommen. Der Berliner Fotograf, dessen Bilder schon in vielen namhaften Zeitungen und Magazinen dieser Welt abgedruckt waren, nutzte seine Stippvisite vor allem, um «Humedica» seinen Respekt auszusprechen:

«Ich war überrascht, wie intensiv dort unter schwierigen Bedingungen geholfen wird», so der 51-Jährige. Nicht zuletzt die Arbeit der Hilfsorganisation habe dazu beigetragen, dass seine Fotos nicht nur das Elend des krisengeschüttelten Landes dokumentieren, sondern auch immer wieder hoffnungsvolle Momente festhalten.

Tatsächlich sind Grabkas Bilder bei aller Dramatik der Motive hell, ja strahlend, technisch tadellos und ästhetisch ansprechend. Da wartet etwa ein Pärchen vor der orthopädischen Werkstatt einer Partnerorganisation von «Humedica». Beide waren nach dem Beben verschüttet und haben jeweils den Teil eines Beines verloren. Bis die Prothesen angepasst werden scherzt der Mann, während der Frau noch deutlich die Depressionen nach der Katastrophe und der Amputation anzusehen ist.

«Ohne Sensationslust»

«Humedica»-Geschäftsführer Wolfgang Groß, der zusammen mit etlichen in Haiti eingesetzten Helfern zur Ausstellungseröffnung gekommen war, würdigte die Unterstützung des Profifotografen für die Hilfsorganisation. Ihm sei es gelungen, den Alltag im zerstörten Haiti «ohne Sensationslust» darzustellen.

Rund 100 ehrenamtliche Helfer von «Humedica» seien bisher im haitianischen Erdbebengebiet im Einsatz gewesen. Nach der ersten Notfallhilfe stehe jetzt der Wiederaufbau im Mittelpunkt. (maf) »Allgäu Rundschau

Die Ausstellung «Hoffnung im zerstörten Paradies» ist bis 18. März im Foyer im Neubau des Kaufbeurer Rathauses zu sehen. Öffnungszeiten: Montag 8 bis 16 Uhr, Dienstag bis Freitag 8 bis 12, donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr. Für Gruppen werden auch Führungen angeboten, die über «Humedica» vereinbart werden können.www.humedica.de

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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