Kempten
Hoteliers wollen Konkurrenz aus Österreich verhindern

In großer Sorge sind nach wie vor die Kemptener Hoteliers, dass in Sachen Jugendgästehaus eine Entscheidung für den österreichischen Bewerber fallen könnte. Dies betonten sie gestern erneut in einer Pressekonferenz im Waldhorn. Laut Oberbürgermeister Dr.Ulrich Netzer ist indes die Entscheidung noch völlig offen.

Wie mehrfach berichtet ist auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbads eine Einrichtung geplant, in der junge Familien, Schulklassen, Vereine eine günstige Übernachtungsmöglichkeit finden sollen. «Das ist in unserem Sinne», versichern die Vertreter der Kemptener Stadthotels, einem Zusammenschluss der wichtigsten Häuser mit rund 800 Betten. Diese Zielgruppen würden mit dem bisherigen Angebot in Kempten nicht erreicht.

Als Bauherr für das Millionen-Projekt wurde im vergangenen Jahr in einem Grundsatzbeschluss des Stadtrats einstimmig das Kemptener Kommunalunternehmen ausgewählt. Das Objekt soll nach der Fertigstellung an einen Betreiber verpachtet werden. Verschiedene Kriterien wurden in einer europaweiten Ausschreibung festgezurrt. Als Bewerber sind jetzt noch das Deutsche Jugendherbergswerk und die Jufa Jugend- und Familiengästehäuser aus Österreich im Rennen.

Am Montag gab es dazu einen Informations-Termin beim Oberbürgermeister. Danach hatten die Hotelbetreiber den Eindruck, dass der Betrieb der geplanten Einrichtung eher an den österreichischen Anbieter vergeben werden soll. «Dann entsteht den etablierten Häusern Konkurrenz durch einen subventionierten Wettbewerber», fürchten die Vertreter der Kemptener Stadthotels. Deren Lage sei ohnehin alles andere als rosig: Einbußen zwischen zwölf und 19 Prozent seien im laufenden Jahr zu verzeichnen.

Als Hauptkritikpunkte an den Jufa wurden angeführt

«aggressive Vermarktung»

zu viele Betten (180)

für Jugendliche zu teuer

kein pädagogischer Ansatz

gewinnorientiertes Unternehmen

Angebote wie Sauna und Bügelservice in anderen Häusern.

Die Gästehäuser aus der Alpenrepublik würden mit ihrer Vier-Sterne-Ausstattung auch Geschäftsleute und Durchreisende anlocken. «Jetzt wollen wir die Stadträte aktivieren, noch mal die noch mal die Größenordnung hinterfragen», hieß es. Betroffen seien übrigens auch die Landhotels im Umkreis sowie die vielen Privatvermieter. Dazu stehe man unter unnötigem Zeitdruck. Bereits am 6. August könnte eine Entscheidung im Aufsichtsrat des KKU getroffen werden.

Neue Zielgruppen im Blick

Dieses Gremium hat tatsächlich das letzte Wort. «Untersucht wird, welcher Anbieter die von uns vorgegebenen Kriterien am besten erfüllt», machte der OB gestern klar.

Eines dieser Kriterien habe eindeutig gelautet, dass das neue Angebot neue Zielgruppen erschließen soll und keine Konkurrenz zu den bestehenden Strukturen in der Stadt darstellen dürfe.

Dazu werden noch Experten und Wirtschaftsprüfer gehört. Und die Stadträte würden ebenfalls weiter in die Diskussion einbezogen. Am Donnerstag in einer Woche tagt das Gremium - allerdings zu diesem Punkt der Tagesordnung nicht öffentlich, weil es um finanzielle Belange Dritter geht.

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