Holzhausen will eigenes Trinkwasser

Von Thomas Wunder | Holzhausen Im Iglinger Ortsteil Holzhausen dreht sich derzeit alles um das Thema Wasser. Die geplante Ausweisung eines Wasserschutzgebietes südlich des Ortes hat knapp 40 Grundstücksbesitzer aus Honsolgen und Hausen (beide Landkreis Ostallgäu) sowie Holzhausen auf die Barrikaden getrieben. Sie sind gegen ein Schutzgebiet und befürchten eine Wertminderung ihrer Grundstücke. Der Iglinger Gemeinderat will allerdings die Wasserversorgung aus dem Brunnen in Holzhausen aufrechterhalten. Bei der Ausweisung des Schutzgebietes wird er vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim und dem Landratsamt Landsberg unterstützt.

Schon seit Anfang der 90er Jahre läuft das Verfahren. Unter anderem aufgrund von Einwänden habe sich die Ausweisung des Wasserschutzgebietes verzögert, sagt Eduard Eichenseher, Sachgebietsleiter Wasserrecht beim Wasserwirtschaftsamt Weilheim. Im Jahr 1992 sei im Holzhausener Trinkwasser ein erhöhter Nitratwert festgestellt worden. Daher habe man damals die Ausweitung des Schutzgebietes in Erwägung gezogen. Inzwischen seien die Nitratwerte deutlich gesunken, betonen die Gegner.

Das Trinkwasser, das den Holzhausener Brunnen - zwischen dem südlichen Ortsende und der Autobahn A 96 gelegen - speist, fließt aus Richtung Südwesten heran. Das Wasserschutzgebiet soll daher westlich von Honsolgen in Richtung Hausen ausgewiesen werden (siehe Grafik). Ein Großteil der Flächen liegt auf Honsolgener Flur.

Die Grundstücksbesitzer aus Honsolgen, Hausen und Holzhausen, die sich zu einer Schutzgemeinschaft zusammengeschlossen haben, befürchten Einschränkungen in der Bewirtschaftung und eine Wertminderung der betroffenen Flächen. 'Der Schaden ist gewaltig, zumal es sich um 200 Hektar Ackerfläche handelt', sagt Dr. Arno Strehler aus Honsolgen, der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft.

Mehrere Zonen

Das Wasserschutzgebiet ist in mehrere Zonen unterteilt (siehe Infokasten). In den ersten beiden Schutzzonen wird die landwirtschaftliche Nutzung deutlich eingeschränkt, in der dritten Zone laut Aussagen der Fachbehörden nicht. 'Wer seine Flächen ordnungsgemäß bewirtschaftet, wird keine Probleme haben', sagt Eduard Eichenseher. Er sieht keinen Wertverlust der Flächen, die genutzt werden könnten, wie bisher.

'Die Argumente der Gegner sind immer die gleichen', sagt Anton Wittmann, Sachgebietsleiter Wasserrecht im Landratsamt Landsberg. Laut geltendem Recht dürften die Flächen nicht an Wert verlieren. Arno Strehler ist anderer Meinung. 'Die betroffenen Grundstücke sind nicht beleihbar und unverkäuflich', sagt er. Das musste offenbar auch schon die Gemeinde Igling erfahren, die laut Bürgermeister Herbert Szubert Flächen im betroffenen Bereich erwerben wollte.

Günstiges Trinkwasser

In Igling gibt es einen Gemeinderatsbeschluss, der die Ausweisung des Wasserschutzgebietes vorsieht. Daran wolle man festhalten, auch wenn die Ertüchtigung des Brunnens und des Hochbehälters am Stoffersberg die Gemeinde rund 100 000 Euro kosten wird, sagt Rathauschef Herbert Szubert. 'In Holzhausen gibt es Leute, die unbedingt ihr eigenes Wasser haben wollen', sagt Arno Strehler. Seiner Meinung könnten sie ihr Trinkwasser günstiger beziehen: von der Landsberger Wasserversorgung.

Laut Herbert Szubert war der Bezug des Trinkwassers aus Landsberg nie ein Thema. Es gebe zwar eine Verbundleitung nach Landsberg und die beiden Hochbehälter der Stadt und der Gemeinde stehen am Stoffersberg nur wenige Meter auseinander, doch im Gemeinderat sei es der Wunsch gewesen, die Wasserversorgung in Holzhausen zu erhalten. Die Kosten für die Ertüchtigung des Brunnens und des Hochbehälters würden auf den Iglinger Wasserpreis draufgelegt. Der liegt derzeit bei 78 Cent pro Kubikmeter. 'Das Wasser wird eventuell etwas teurer', sagt Herbert Szubert.

Abstufung gescheitert

Mit veränderten Unterlagen wollen Gemeinde, Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt erneut ins Verfahren gehen. Das war nötig geworden, weil es von Seiten des Bayerischen Umweltministeriums neue Vorgaben für die Ausweisung und Größe von Wasserschutzgebieten gibt, sagt Eduard Eichenseher. A propos Größe. Die Gemeinde Igling wollte laut Bürgermeister Herbert Szubert die Zone IIIb leicht abstufen und als Wasservorranggebiet ausweisen, was am Veto des Bezirks Schwaben scheiterte.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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