Holz wertvoll wie lange nicht mehr

Von Jürgen Schuh | Stein Spitzen-Ergebnis für die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Oberallgäu: Im vergangenen Jahr erzielten die Mitglieder Erlöse wie lange nicht mehr. Auf der Jahresversammlung der FBG Oberallgäu in Immenstadt-Stein zog Geschäftsführer Roman Prestele für den erkrankten Vorsitzenden Johann Jordan eine erfreuliche Bilanz des abgelaufenen Jahres: Die Zahl der Mitglieder stieg neuerlich auf jetzt 2109 an, zusammen verfügen sie über mehr als 20 000 Hektar Wald. Mit der neuen Wertschätzung für Holz aus der Region stieg auch das Preisniveau, das im Februar 2007 sogar 'so hoch wie lange nicht mehr' war. Dann kam zwar Orkan 'Kyrill' und zog Schneisen der Verwüstung auch durch das Oberallgäu, doch die FBG reagierte sofort mit einem Einschlagstopp. So konnte erreicht werden, dass der sonst übliche Preisverfall relativ moderat ausfiel und die Holzpreise sich binnen Jahresfrist erholten. Stützend machte sich zudem der Rohstoffhunger von Großsägern entlang des Alpengürtels bemerkbar, die derzeit weitere Verarbeitungskapazitäten aufbauen.

Dr. Ulrich Sauter, Leiter des Bereiches Forsten des Amtes für Landwirtschaft und Forsten (ALF) Kempten, hielt in Zeiten des Klimawandels ein Plädoyer für den heimischen Wald. Der wirke 'segensreich - auch wenn er deshalb nicht heiliggesprochen werden muss.' Die Wälder seien 'die größten Kohlendioxidspeicher, die wir beeinflussen können.' Werde Holz 'intelligent genutzt', beispielsweise in Holzkonstruktionen, bleibe ein Teil der Speicherkapazität erhalten.

Der Wald leide unter dem Klimawandel und sei deshalb 'Pfleger und Patient zugleich'. Klimawandel bedeute jedoch nicht, Pflanzen aus der Toscana in das Allgäu zu versetzen - 'wir sollten bei Baumarten bleiben, die Klimaschwankungen gut vertragen.' Dr. Sauter nannte Tanne und Buche. Dazu zähle auch die Fichte, die aber wegen ihrer Sturmanfälligkeit im Allgäu schweren Zeiten entgegen gehe und ihre dominierende Vormachtstellung bei den Waldbaumarten verlieren werde.

Den 'Cluster Forst und Holz', vor rund zwei Jahren vom bayerischen Landwirtschaftsministerium initiiert, stellte Markus Blenk vom Wald-Forst-Holz Zentrum Weihenstephan in Freising vor. Die Initiative soll die Kooperation und Vernetzung aller Beteiligten unter Einbeziehung der Wissenschaft verbessern und verstärken sowie regionale Initiativen fördern.

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