Marktoberdorf / Lengenwang
Hohe Investitionen für sauberes Wasser nötig

Bei der Marktoberdorfer Trinkwasserversorgung stehen teure Baumaßnahmen bevor. Der Ingenieur Didier Garraud legte im Stadtrat ein Konzept vor, das einen neuen Hochbehälter und eine Wasseraufbereitungsanlage für die beiden Brunnen im Kirchthal vorsieht. Die Kosten dafür bezifferte er für die nächsten Jahre auf netto 2,5 Millionen Euro. Diese Maßnahme erleichtere auch, die elf Kilometer lange Rohrleitung von Kirchthal nach Marktoberdorf zu sanieren.

Stadtbaumeister Peter Münsch beschrieb die Problemstellung: Die beiden Brunnen bei Kirchthal sind die Hauptquellen für die Marktobedorfer Trinkwasserversorgung. Das Wasserschutzgebiet genüge in den Zonen 1 und 2 den Anforderungen. Die erweiterte Schutzzone müsste aber bis nach Seeg vergrößert werden. Da dies kaum umzusetzen sei, brauche man Alternativen, um einwandfreies Trinkwasser zu gewährleisten. Hinzu komme, dass aus den Rohren von Kirchthal nach Marktoberdorf durch Lecks viel Wasser verloren geht. Als Lösung sieht man eine Wasseraufbereitung und einen neuen Hochbehälter, der auch die Versorgung der Siedlungen entlang der Leitung verbessert und für mehr Druck in den Rohren von Hummeratsried, Balteratsried, Kohlhunden, Rieder und Thalhofen sorgt. Zur Versorgung der Kernstadt fließt das Kirchthaler Wasser in den Hochbehälter auf der Buchel.

Dieser liegt zwar niedriger als die Quellen, dennoch müssen die Brunnenpumpen im Kirchthal wegen der hohen Wasserverluste unterwegs ständig laufen, so Ingenieur Garraud: «Wir betreiben dort zwei Energievernichtungsmaschinen.» Bei Stromausfall gebe es daher keine Versorgungssicherheit. Durch das Pumpengeräusch seien Lecks an den Rohren kaum zu orten.

Filteranlagen vorsehen

Laut Garraud gibt es immer wieder mikrobiologische Belastungen im Wasser sowie Trübungen. Da man kein ausreichendes Schutzgebiet ausweisen könne, müsse man anderweitig vorsorgen: Ein Ultrafilter, der selbst Viren zurückhält, und die Vorrüstung für den Einbau eines Aktivkohlefilters, der bei einem Ölunfall auf der Staatsstraße Seeg-Marktoberdorf innerhalb von zwei Tagen montiert werden kann, sollen Versorgungssicherheit schaffen.

Vorteil des Pakets: Der Hochbehälter bei Lengenwang gewährleistet in den Dörfern entlang der Strecke auch eine Notversorgung. Zudem müssten die Pumpen im Brunnen nicht im Dauerbetrieb laufen, was viel Energie spare. Insgesamt schaffe man eine Lösung für die Zukunft mit einwandfreiem Wasser.

Bürgermeister Werner Himmer ergänzte, dass die Stadt die Brunnen mit einer befristeten Genehmigung betreibe. Nach der Sanierung, so Münsch, könne man mit einer Genehmigung für 30 Jahre rechnen.

In der Diskussion ging es auch um jahrzehntealte Leitungen. Ein kompletter Austausch der Rohre sei nicht nötig, antwortete der Experte. Laut Münsch sei man dabei, das Netz so umzugestalten, dass man es abschnittsweise reparieren könne. Heuer habe man bereits ein Loch beseitigt, aus dem pro Woche rund 1000 Kubikmeter sickerten.

Erläutert wurde, dass entlang der Leitung nur zwei Stellen zu finden sind, an denen der Hochbehälter auf dem nötigen Niveau von 810 Metern platziert werden kann.

Bei vier Gegenstimmen (Eugen Kögel, Andreas Wachter (beide CSU) sowie von den FW Peter Grotz und Doris Rößle) stimmte der Stadtrat den Planungen zu.

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