Immenstadt
Hofmühle und Burgruine sind der Stolz des Vereins

Wo trifft man sich mit dem Vorsitzenden eines Vereins, um zum 90. Geburtstag auf dessen Geschichte zurückzublicken? Natürlich im Vereinshaus. Im Fall des Immenstädter Heimatvereins ist das das Museum Hofmühle. «Hier schlägt das Herz unseres Vereins», sagt Walter Kössel beim Rundgang durch die ehemals gräfliche Hofmühle an der Aach.

Die in den 80er Jahren im Zuge der Stadtsanierung frisch renovierte, denkmalgeschützte Bleibe im Jahr 1990 mit großzügiger Unterstützung der Stadt beziehen zu können, sei ohne Zweifel einer der Höhepunkte der Vereinsgeschichte, ist sich der 72-jährige sicher. Das erste Museum in der Bachreute war im Krieg zerstört worden. «Und das historische Haus am Klosterplatz ist schnell zu klein geworden», blickt der Vorsitzende zurück. Schließlich hatten der Immenstädter Käsegroßhändler Rudolf Herz und einige Gleichgesinnte über zwei Jahrzehnte unermüdlich Ausstellungstücke aus dem Alltag der Städtle-Bewohner gesammelt. «Diese zu bewahren, zu sammeln und auszustellen, das war der Ursprung unseres Vereins», sagt Kössel. Gegründet im Jahr 1919 als «Verein Oberallgäuer Heimatmuseum Immenstadt», trägt er seit dem Jahr 1950 den Namen «Heimatverein Immenstadt und Umgebung.»

Ausstellungsprofis am Werk

Heute ist der Heimatverein Träger des Museums, besitzt einen Großteil der Ausstellungsstücke, erweitert die Sammlung beständig und organisiert darüber hinaus Sonderausstellungen oder Musik- und Vortragsabende in der Hofmühle. Die (Dauer-)Ausstellungsfläche auf zwei Etagen umfasst 1000 Quadratmeter und zählt damit zu den größ

ten Museen im Landkreis Oberall-gäu. Gebrauchsgegenstände, Arbeitsgeräte, Kunstwerke, Kleider und Trachten erzählen anschaulich, abwechslungsreich und informativ vom Leben der Immenstädter.

Die Bandbreite reicht dabei von Immenstadt als Umschlagplatz für Salz- und Leinwandhandel um 1800, über die Arbeit in der Mechanischen Bindfadenfabrik im Zuge des industriellen Aufschwung, von der Motorradlegende «Imme» der Riedel Werke bis hin zum ehemals erfolgreichen Strumpfhersteller Kunert. Als modernes Unternehmen für die heutige Zeit steht die Firma Eberl Medien.

«Die Dinge sind nicht zufällig angeordnet, da waren Profis am Werk», erklärt Kössel. Alles sei sachgemäß konserviert und restauriert und didaktisch-methodisch aufbereitet. Und so können Schulklassen und andere Besucher in der Hofmühle heute Geschichte in Wort, Bild und Ton entdecken.

Den Plan, Geschichte erlebbar zu machen, verfolgt der Heimatverein auch mit seinem Einsatz rund um die Burgruine Laubenbergerstein. «Wenn wir uns nicht darum kümmern, verfällt sie komplett», glaubt Kössel, der dem Heimatverein seit 1995 vorsteht.

Deshalb habe der Verein die Ruine gekauft, die laut Geschichtsbuch eine der wichtigsten und stolzesten Burgen im Allgäu war. «Unser Ziel ist es, sie wenigstens in der jetzigen Form zu erhalten», sagt Kössel. Besonders Kinder, die sich bei Burgenwanderungen und -festen auf der Ruine austoben, dürften sich darüber freuen.

Festabend: Am Dienstag, 13. Oktober, lädt der Verein ab 19.30 Uhr zu einem «Volksmusikabend der besonderen Art» in das Museum Hofmühle ein.

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