Füssen/Kundus
Hoffen auf eine gesunde Rückkehr

Gesund zurückkehren, die Familie oder die Freundin wiedersehen und ein «ganz normales Leben» führen - das will jeder der 220 Füssener Gebirgsaufklärer, die derzeit in Afghanistan eingesetzt sind. Noch sechs, sieben Wochen dauert ihr Einsatz. Im Feldlager Kundus hat sich die Bedrohungslage inzwischen merklich reduziert, teilen die Soldaten mit: Derzeit habe man den Gegner so weit zurückgedrängt, dass nicht mit Raketenbeschuss zu rechnen sei. Doch die Bedrohung für die Kräfte, die sich ständig außerhalb des Lagers bewegen müssen - wie die Aufklärungstrupps der Füssener - durch selbst gebaute Sprengfallen und potenzielle Selbstmordattentäter sei nach wie vor hoch.

Erst vor wenigen Tagen wurde es ernst: Nahe beim Feldlager schossen Personen mit Kalaschnikows und Panzerfäusten, berichtet der Hauptgefreite Martin H. (aus Sicherheitsgründen dürfen die Namen der Soldaten nicht genannt werden). «Das war schon eine knifflige Situation», so der 23-Jährige. Doch sei kein Soldat verletzt worden, afghanische Sicherheitskräfte verfolgten die Personen. Ebenfalls ohne Verletzte endete ein Angriff auf eine Bundeswehr-Patrouille.

Das vorläufige Fazit ist dennoch positiv: «Trotz aller Rückschläge, trotz der Tatsache, dass es nur kleine Tippelschritte nach vorne, häufig auch zwei zurück sind - es gibt keinen, der nicht der Auffassung ist, dass sich der Einsatz für die Menschen in unserem Verantwortungsbereich, den beiden Nordprovinzen Kundus und Takhar, lohnt», teilt Oberstleutnant Klaus Geier mit, der für die Pressearbeit in Kundus verantwortlich ist.

Und dieser Einsatz zeigt Wirkung: Man habe «die überwältigende Mehrheit der afghanischen Bevölkerung auf unserer Seite», so Geier. Die Afghanen in der Region akzeptierten die Einsatztruppe und deren Auftrag, für Sicherheit und Stabilität zu sorgen. «Das bestärkt uns für die letzten sechs, sieben Wochen: Weiter so, nicht nachlassen, weiter rund um die Uhr mit Kräften draußen Flagge zeigen und den Gegner unter Druck setzen», sagt der Oberstleutnant.

Die Stimmung ist gut

Die Stimmung in der Truppe sei gut, man profitiere zudem von einem für afghanische Verhältnisse milden Winter. Auch habe man die «zum Teil bitteren Erfahrungen der Anschläge der ersten beiden Einsatzmonate gut umgesetzt» und arbeite gut mit den afghanischen Sicherheitskräften zusammen. Man hoffe nun auf einen friedlicheren Einsatz für die restlichen Wochen als im ersten Monat.

Der Wunsch eines jeden sei, bis Ende März wieder gesund nach Füssen zurückkehren zu können.

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