Stöttwang
Hochwasserdamm erhitzt die Gemüter

Für Aufregung im Stöttwanger Gemeinderat sorgte die Auslegung des Planes für das Hochwasserrückhaltebecken südlich von Thalhofen bei den Bewohnern Reichenbachs - wegen einer missverständlichen Textpassage. Das Wasserwirtschaftsamt Kempten war für die statische Prüfung der Standsicherheit des Bauwerkes von einem 5000-jährigen Hochwasser ausgegangen, bei dem sich ein Rückstauvolumen von 190000 Kubikmetern Wasser ergeben würde. Das läge deutlich über den geplanten 110000 Kubikmetern, das rückgestaute Wasser würde fast 70 Zentimeter höher ansteigen.

Reichenbachs Bürger und ein Mitglied des Gemeinderates legten daraufhin Einspruch gegen diesen Plan ein und zeigten in einem Schreckensszenario mögliche Folgen für Hab und Gut der Anwohner. Darüber hinaus sprachen sie von einem eklatanten Vertrauensbruch, da stets von einer geringeren Rückhaltemenge gesprochen worden sei. Bürgermeister Richard Ficker versicherte, dass die Planungen des Rückhaltebauwerks nur für ein 100-jähriges Hochwasser mit einem Stauvolumen von 110000 Kubikmetern zur Ausführung kämen.

Bertram Mooser vom planenden Ingenieurbüro erläuterte, dass bei einem 100-jährigen Hochwasser die überschüssigen Wassermengen über die Dammscharte ablaufen würden, was für die Unterlieger zu Hochwasser führen würde. Martin Mohr vom Wasserwirtschaftsamt Kempten zeigte anhand von Beispielen auf, wie es zu den missverständlichen Rückstaumengen gekommen sei.

Auch in einem Katastrophenfall müsse der Hochwasserdamm halten, und deshalb sei dafür eine statische Berechnung durchgeführt worden. Für diesen Nachweis sei ein 5000-jähriges Ereignis als Rechenbeispiel angesetzt worden. Dabei wurde rechnerisch der Nachweis erbracht, dass selbst bei diesem Szenario der Damm den Wassergewalten standhalten würde. Nach diesen Erläuterungen wurde einer der Einsprüche zurückgezogen.

Mooser wie auch Mohr wiesen den Rat darauf hin, dass nach dem Bau des Hochwasserdamms bei Thalhofen auch der Damm beim Krebsbach gebaut werden müsse. Zugleich sei eine schnelle Beantragung erforderlich, da sich ab Januar 2011 die Förderung der Baumaßnahmen ändern werde und dann der Grunderwerb für die Deichaufbauflächen nicht mehr bezuschusst würde. Einstimmig fiel der Beschluss des Gemeinderates für den Bau des 110000 Kubikmeter großen Dammes aus.

Diskussion um Windkraft

Wie bereits in anderen Gemeinden (wir berichteten) hatte sich der Rat in Stöttwang zur Nutzung von Windkraft für den Regionalplan der Region Allgäu zu äußern. Mit zehn Gegenstimmen lehnte der Gemeinderat eine Erweiterung der Ausweisung von Vorranggebieten ab. Neun von elf stimmberechtigten Räten plädierten gar, dass Stöttwang in das südliche Ausschlussgebiet für Windkraftanlagen aufgenommen werden soll.

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