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Hochwasser im Allgäu: Schutzmaßnahmen haben weitestgehend gegriffen

Hochwasser Mai 2019: Der Pegel der Iller (hier bei Krugzell) hatte zeitweise die dritte Meldestufe überschritten.
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  • Hochwasser Mai 2019: Der Pegel der Iller (hier bei Krugzell) hatte zeitweise die dritte Meldestufe überschritten.
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Trotz der enormen Niederschlagsmengen, die das Tief Axel in den letzten Tagen gebracht hat, ist das Allgäu glimpflich davon gekommen. 20 Jahre nach dem verheerenden Pfingsthochwasser 1999 sind diesmal größere Schäden ausgeblieben.

Während in anderen Regionen Bayern noch immer Hochwassergefahr herrscht, gehen die Pegelstände im Allgäu derzeit wieder zurück. An der Messstelle der Iller in Kempten wird der Pegel in den nächsten Stunden wieder unter die Meldestufe 1 fallen. Die Iller hatte in Kempten zeitweise sogar die Meldestufe 3 überschritten.

In den kommenden Tagen werden auch die Wasserstände an den teils übervollen Allgäuer Seen wieder sinken. Bislang ist davon am Alpsee bei Immenstadt noch nichts zu sehen. Die abfließenden Bäche und Flüsse werden weiterhin mehr Wasser führen als üblich, wenn die Pegel in den Seen zurückgehen.

Hochwasserschutzmaßnahmen gut funktioniert

Dass in den letzten Tagen nicht mehr passiert ist, dafür sind unter anderem die umgesetzten Hochwasserschutz-Maßnahmen der vergangenen Jahre verantwortlich. Laut Karl Schindele, Leiter des Wasserwirtschaftamts, haben die Speicher gut funktioniert. 

Der Binnenpolder bei Seifen wurde geflutet und hat an der Iller Schlimmeres verhindert. Das dort "zwischengespeicherte" Wasser soll voraussichtlich am Donnerstag wieder abgelassen werden. Der größere Polder in Seifen (6 Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen) musste nicht geflutet werden. 

Seinen Zweck erfüllt hat auch der 2006 fertiggestellte Hochwasser-Speicher im Unterallgäuer Dirlewang, so Karl Schindele. Die Gemeinde wurde allein zwischen 1999 und 2005 sechsmal von Hochwassern getroffen - die ausufernde Mindel forderte beim Pfingsthochwasser 1999 sogar ein Menschenleben. 

Maßnahmen an der Günz teilweise noch in Planung

Einige Gemeinden im Unterallgäu hatten am Dienstag dennoch verstärkt mit Überflutungen zu kämpfen. Die an der Günz geplanten - aber noch nicht umgesetzten - fünf Rückhaltebecken hätten diese Überschwemmungen in Erkheim oder Babenhausen vermutlich verhindern können, so der Wasserwirtschaftsamt-Chef. Aktuell wird aber an einem Becken bereits gebaut - bei zwei weiteren läuft die konkrete Bauplanung.

Forggensee ist voll

"Positiver" Nebeneffekt der starken Regenfälle in den letzten Tagen: Der Forggensee ist seit Dienstag wieder komplett aufgestaut - etwa eineinhalb Wochen vor dem Stichtag. Laut Schindele muss der Kraftwerksbetreiber Uniper den Aufstau des flächenmäßig größten Stausees in Deutschland jeweils bis zum 31. Mai abschließen.

Autor:

David Yeow aus Kempten

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