Marktoberdorf
Hochsaison für dreiste Diebe

Der Briefkasten quillt über, die Blumen lassen schon welk die Köpfe hängen und die Rollläden sind seit Tagen heruntergelassen. Es ist klar, dass der Hausbesitzer im Urlaub ist. Er hat es potenziellen Einbrechern leicht gemacht. Genau um das zu verhindern, gibt die Marktoberdorfer Polizei Tipps, was gegen die Gefahr von Einbrüchen zu tun ist. «In der Ferienzeit haben Einbrecher Hochsaison», warnt Alfred Immerz, Leiter der Marktoberdorfer Polizeidienststelle.

Wenn die Haustür aufgebrochen ist, Schmuck, Fernseher und Computer weg sind, ist auch die Urlaubserholung schlagartig verflogen. Ein Einbruch in die eigenen vier Wände bedeutet aber nicht nur einen materiellen Schaden, sondern auch einen für die Psyche: «Die Privatsphäre wird dadurch brutal verletzt», sagt Immerz. Wer das einmal erlebt habe, sei «total verunsichert» und «zeit seines Lebens gekennzeichnet». Viele Menschen würden das Risiko eines Einbruchs auch unterschätzen. «Es gibt hoch spezialisierte Banden, die genau wissen, was sie tun. Und diese Banden halten ganz gezielt nach geeigneten Objekten Ausschau», erklärt der Marktoberdorfer Inspektionsleiter. Auch wenn das Risiko eines Einbruchs in unseren Breiten geringer ist als in Ballungsräumen, solle man «nie nie sagen», meint Immerz.

Um einem Einbruch vorzubeugen, sollte man laut Immerz einige Vorkehrungen treffen. «Wichtig ist ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn oder zu einer Vertrauensperson in der Nachbarschaft», sagt Immerz. Mit ihr sollte man sich absprechen, ihr beispielsweise die genaue Zeit der eigenen Abwesenheit nennen. Die Nachbarn sollten in der Urlaubszeit die Augen offen halten. «Sie sollten auch auf Spuren achten, prüfen, ob das Haus verschlossen ist, und auf verdächtige Fahrzeuge schauen», betont Alfred Immerz. Notfalls solle sich der Nachbar auch ein Kennzeichen notieren und bei größerer Unsicherheit die Polizei verständigen.

Als weitere Vorkehrung gegen Einbrecher empfiehlt die Polizei, technische Vorkehrungen zu treffen - beispielsweise mit Zeitschaltuhren Anwesenheit simulieren oder Haus und Garten mit Bewegungsmeldern auszustatten.

«Bloß keine Spuren verwischen»

Wenn es doch einmal zu einem Einbruch gekommen ist, sollten die Opfer nichts am Ort des Verbrechens ändern, appelliert Immerz: «Bloß nicht aufräumen, entwendete Dinge zählen und damit Spuren verwischen. Lieber auf die Polizei warten und mit ihr zusammenarbeiten.»

Eine andere Möglichkeit, das eigene Hab und Gut zu schützen, sind sogenannte Haushüter. Vor knapp 25 Jahren hat sich der Verband der deutschen Haushüter-Agenturen (VDHA) gegründet. Er stellt Haushüter zur Verfügung, die während des Urlaubs in das Haus des Verreisten einziehen und auf es aufpassen. Preis dafür: Rund 25 Euro pro Tag.

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