Einsatz
Historisches Gebäude geht in Wangener Altstadt in Flammen auf

Gegen 3.15 Uhr schreckt Manfred Türkis in der Nacht zum Dienstag plötzlich aus dem Schlaf. 'Irgendetwas stimmt hier nicht.' Er hört durch das gekippte Schlafzimmerfenster von draußen ein Knistern. Als er nachschaut, sieht er das ehemalige Thiermann-Haus direkt nebenan in Rauch und Flammen. Der Anwohner der Schmiedstraße handelt reaktionsschnell, greift zum Telefon und ruft die Rettungskräfte.

Als der Wangener das gut anderthalb Stunden später erzählt, ist die Altstadt in dicke Rauchschwaden gehüllt. Das 1409 erbaute, seit Langem leer stehende Gebäude wird nach und nach ein Raub der Flammen. Vermutlich im ersten Stock des hinteren Hausbereichs dürfte das Feuer aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen sein.

Die Feuerwehren aus Wangen und Leutkirch versuchen, mit ihren Drehleitern Schlimmeres zu verhindern: den Übergriff des Brands auf weitere Altstadthäuser. 'Eine sehr kritische Lage', sagt Feuerwehrsprecher Martin Waizenegger. Auch Oberbürgermeister Michael Lang ist vor Ort, um den Ernst der Lage anzusehen. Mit Blick auf das ehemalige Thiermann-Haus sagt er: 'Da ist jede Menge Holz drin.'

Die Anwohner der umliegenden Häuser haben dadas Schlimmste schon hinter sich: Das Rote Kreuz hat elf Menschen vorsichtshalber evakuiert und verpflegt sie auf der Straße. Eine pflegebedürftige Frau wird ins Krankenhaus gebracht; dort kann sie besser versorgt werden. Niemand ist verletzt.

Kurze Zeit später knallen erste Dachplatten hoch oben vom Thiermann-Haus hinunter auf die Schmiedstraße. Die Feuerwehrleute bahnen sich so den Weg ins Innere des früheren Geschäftshauses. 130 Mann sind es, als mit den Isnyer Kameraden auch noch die dritte Drehleiter eintrifft.

Aus Ravensburg eilt eine vierte herbei und wird an der Wangener Feuerwachse am Südring stationiert. Sie dient als Reserve, falls es jetzt irgendwo im württembergischen Allgäu noch an anderer Stelle brennen sollte.

Derweil leisten die Einsatzkräfte in der Schmiedstraße ganze Arbeit. Sie haben es geschafft, das Feuer auf den historischen Fachwerkbau zu begrenzen. Kleinere Rauchfahnen ziehen noch über die Altstadt. 'Jetzt geht es nur noch um die Beseitigung der letzten Glutnester', sagt Einsatzleiter Christian Beck von der Wangener Wehr.

Erschöpfte, oft verrußte Gesichter sind auf den abgesperrten Straßen rings um das Brandhaus zu sehen. In die Stimmung mischt sich auch Erleichterung. Alle wissen: Das Thiermann-Haus ist stark beschädigt, in Teilen einsturzgefährdet und der Sachschaden geht in die Hunderttausende. Aber: Die ganz große Katastrophe ist verhindert worden – ein Altstadtbrand.

Um kurz nach elf baut das THW ein Gerüst auf und stützt das Gebäude. Hinten machen sich erste Polizeibeamte auf in das zerstörte Haus. Schadensaufnahme und Ermittlungen beginnen. Laut Wangens Polizeichef Wolfgang Gerke beginnt die konkrete Spurensuche heute. Über die mögliche Brandursache ließ sich deshalb gestern noch nichts sagen.

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