Historischer Mauerabschnitt bleibt erhalten

von Johannes Schlecker
| Memmingen Die Reste einer Kirchenmauer, die beim Abriss der Elsbethenschule zum Vorschein kamen, sollen erhalten bleiben. Darauf verständigten sich die Mitglieder des Bausenats in ihrer jüngsten Sitzung. Mit diesem Beschluss kam der Senat einer Empfehlung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege nach, das sich in einem Gutachten für den grundsätzlichen Erhalt der Mauer ausgesprochen hatte. Wie mehrfach berichtet, wird im Zuge der Umgestaltung des Elsbethenareals das Landestheater modernisiert.

Bei Abbrucharbeiten der Elsbethenschule wurde ein Mauerabschnitt der ehemaligen südlichen Kirchenmauer im Anschlussbereich zum Theaterfoyer offen gelegt. Für die Bauforschung ist der mehrfach umgebaute Mauerrest nach Angaben des Denkmalpflegeamtes ein wichtiger Befund, mit dem die verschiedenen Bauphasen nachgewiesen werden könnten.

«Beachtenswertes Relikt für die Memminger Stadtgeschichte»

«Die Tuffsteinmauer bildet in ihrem Kern den Klostertrakt ab, der um 1250 erbaut wurde», erklärt Tobias Lang, zuständiger Gebietsreferent beim Amt für Denkmalpflege. Das spätromanische Mauerwerk sei ein «wirklich beachtenswertes Relikt für die Memminger Stadtgeschichte».

Nach Angaben des Stadtbauamtes liegen die Mauerreste genau an der Stelle, an der eine sinnvolle Verknüpfung zwischen Altbestand des Theaters und der Erweiterungsneubauten möglich ist. Laut Baureferatsleiter Aloys Hinske sind dort unter anderem das zentrale Treppenhaus mit Aufzug und eine attraktiv geöffnete Verbindung zwischen Foyer und Theaterrestaurant geplant. Darüber hinaus sei im zweiten Obergeschoss eine Verbindung zwischen Foyer und Studiobühne vorgesehen. Der Erhalt der rund sieben Meter breiten und sechs Meter hohen Mauerreste ist jedoch mit einer Umbaumaßnahme verbunden: Für die geplante Tiefgarage muss die Mauer rund 1,50 Meter unterbaut werden, «damit sie nicht einfach in der Luft hängt», erklärte Hinske. Das historische Mauerwerk soll in die Innenraumgestaltung eingefügt werden.

Senatssitzung noch vor Ende der Sommerpause einberufen

Um Klarheit für die weiteren Baumaßnahmen zu schaffen, hatte die Stadt in einem Eilverfahren die Senatssitzung noch vor Ende der Sommerpause einberufen. «Es ist wichtig, dass die Planung unverzüglich weitergeht. Unser Zeitkorsett ist eng», so der Baureferatsleiter. Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger sprach von einer Lösung, «mit der man leben kann». Eine Einschränkung für eine barrierefreie Benutzung des Landestheaters sei dadurch nicht zu befürchten.

Bereits im Sommer 2007 wurden Überreste eines Kreuzgangs gefunden. Außerdem entdeckten die Forscher Steine, die Brandspuren tragen und belegen, dass in dem Kloster einst ein Feuer gewütet hat.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen