Ziegenprojekt
Hintersteiner Wald- und Weidegenossenschaft ist zufrieden mit den Ziegen

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Kalt ist es. Auf den Berggipfeln liegt schon Schnee. Aber das macht den 20 Ziegen und vier Schafen wenig aus. Im Tal gibt es noch genug zu fressen. 'Insgesamt hatten wir vor dem Kälteeinbruch 36 Ziegen von Mai bis Oktober auf der zwölf Hektar großen Weide der Steinhalde', erklärt Josef Agerer, Vorsitzender des Vereins 'Hindelang – Natur und Kultur' und Mitglied der Wald- und Weidegenossenschaft (WWG) Hinterstein. Josef Agerer und seine Frau Karin sind die Ansprechpartner für das neue Ziegenprojekt. Sie sehen es als eine ganz besondere Möglichkeit, die Verbuschung der Weiden zu bekämpfen. 'Rinder fressen nur Gras, aber die Ziegen haben eine spezielle Technik, auch dorniges Gestrüpp und Büsche kahl zu fressen', erzählt Agerer. So bleibe nur noch Geäst übrig, das von Jugendlichen dann geschwendet, also auf den Stock gekürzt wird. Ein ähnliches Projekt gibt es im Buchenberger Ortsteil Kreuzthal.

Ziegen und Jugendliche bearbeiten die Weiden seit August 2010. 'Es ist ein Pilotprojekt und hat sich bis jetzt gut bewährt', sagt Peter Schratz, Vorsitzender der WWG Hinterstein. Die Geißen seien zusammen mit den Rindern auf der Weide, aber in einem separaten Gehege.

'So können sie Punkt für Punkt fressen', erläutert Schratz.

Gegen Verbuschung

Der Freistaat Bayern unterstützt das Projekt gegen die Verbuschung finanziell. Eine extensive Weidenutzung wertvoller Lebensräume durch die Beweidung von Schafen, Ziegen und Rindern ist vorgeschrieben. Das wurde vertraglich im Bayerischen Vertrags-Naturschutz-Programm festgelegt, durch das auch die jugendlichen Helfer bezahlt werden.

'Die Arbeit macht Spaß', sagt Bernhard Karg. Der 19-Jährige war von Anfang an dabei. Er und ein paar andere Jugendliche hatten für den Sommer eine Arbeit gesucht. Weil sie Mitglieder der WWG Hinterstein kennen, haben sie dort nachgefragt. 'So kamen wir an das Projekt. Inzwischen arbeiten etwa zwölf Jugendliche, darunter zwei Mädchen, immer am Wochenende mit', schildert Karg.

'Die Arbeit besteht aus Schwenden mit Motorsägen – wofür wir einen Extrakurs absolvieren mussten – Zäune versetzen, Ziegen füttern und das restliche Gestrüpp verbrennen', erklärt Claudius Wechs. Der 19-Jährige ist seit diesem Sommer dabei. Die Agerers loben die Arbeit der Jugendlichen, die schon mehr als 500 Arbeitsstunden geleistet haben.

Die vierbeinigen Helfer kommen in diesem Jahr aus Missen. Wenn das Projekt so gut weiterverläuft wie bisher, soll die Anzahl der Ziegen nächstes Jahr eventuell aufgestockt werden, sagt Agerer. Das führe zu einem positiven Kreislauf, denn die Ziegen würden nicht nur der Weidebewirtschaftung dienen, sondern ihre Produkte ließen sich auch gut vermarkten, erzählt Karin Agerer. Wie das Ziegenfleisch, das erstmalig auf dem Hindelanger Herbstmarkt verköstigt werden konnte.

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