Westallgäu
Hinterher die große Zeche

Die Strecke von Bremenried (Gemeinde Weiler) nach Böserscheidegg (Gemeinde Scheidegg) steht oben an auf der Prioritätenliste des Kreisstraßen-Investitionsprogramms 2010. Bereits Anfang Oktober hatte der Kreisausschuss für Wirtschafts- und Regionalentwicklung dem Programm zugestimmt (wir berichteten). Jetzt hat der Kreistag Lindau nachgezogen.

Auf 750 Metern soll die Strecke zwischen den zwei Marktgemeinden in 2010/2011 voll ausgebaut, auf 820 Metern die Straßendecke erneuert werden. Die Gesamtkosten liegen bei rund einer Million Euro; nach Abzug der staatlichen Förderung (rund 50 Prozent) bleiben noch 550000 Euro, die der Landkreis zu zahlen hat. «Vermutlich verteilt sich diese Summe auf die kommenden zwei Haushaltsjahre», sagte Kreiskämmerer Erwin Feurle. Für den geplanten Geh- und Radweg muss die Marktgemeinde Scheidegg laut Feurle mit einer Kostenbeteiligung zwischen 40000 und 50000 Euro rechnen (entspricht 50 Prozent der nicht durch Zuschüsse finanzierten Kosten).

Der Lindauer Grüne Max Strauß stellte in der Kreistagssitzung den Antrag, gesondert über Neu-/Ausbau sowie Unterhalt von Kreisstraßen abzustimmen. Unterstützt von seinen Parteikollegen und den zwei Mitgliedern der ÖDP stimmte Strauß gegen alle Maßnahmen, die Neu- und Ausbauten vorsehen. Unterhalt und Sanierungen sowie Ausgaben für Geh- und Radwege stimmten alle zu.

Voraussetzung für ÖPNV

Strauß plädierte dafür, das Geld in den öffentlichen Verkehr zu investieren. Landrat Elmar Stegmann entgegnete, dass der Ausbau der Straße zwischen Bremenried und Böserscheidegg eine Voraussetzung dafür ist, dass öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) überhaupt stattfinden kann. «Dafür ist sie bisher nicht geeignet, ist aber dafür vorgesehen, wenn alles fertig ist», so Stegmann.

Peter Borel (ÖDP) stellte die «Wertigkeit dieser Geschichte», also die Ausgaben für Ausbau- und Unterhalt der Straßen, in Frage. Die jährlich veranschlagten 300000 Euro für Reparaturen sind für ihn zu viel - bisher waren es 150000 Euro.

«Wenn wir den Unterhalt nicht erhöhen, besteht die Gefahr, dass uns die Straßen buchstäblich wegbrechen», sagte Feurle. Wenn jetzt nichts gemacht würde, müsste man hinterher die große Zeche zahlen.

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