Hindelanger tagt mit Nobelpreisträgern

Von Veronika Krull
| Bad Hindelang Sebastian Novak aus Bad Hindelang ist immer noch beeindruckt: «Es waren sehr viele schlaue Leute da.» Damit meint der 20-jährige Physikstudent nicht unbedingt die 25 Nobelpreisträger, die sich in Lindau zur traditionellen Tagung getroffen hatten (wir berichteten). Fast noch spannender als die Vorträge der «ausgezeichneten» Naturwissenschaftler fand Novak die Gespräche mit Kommilitonen aus aller Welt. Der junge Allgäuer gehörte zu den 500 studentischen Glückspilzen, die an der noblen Veranstaltung teilnehmen durften.

Aber Sebastian Novak, der sich schon als Grundschüler mit Vorliebe im Labor der mütterlichen Apotheke herumgetrieben hatte, brachte auch gute Voraussetzungen für eine Teilnahme in Lindau mit: Seit Oktober 2007 befindet er sich im «Elite-Masterstudiengang» für theoretische und mathematische Physik an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Über das bayerische Elite-Netzwerk wurde er für die Nobelpreisträger-Tagung am Bodensee vorgeschlagen. Eine gestrenge Kommission an Ort und Stelle gab schließlich ihr Plazet. «Ich habe mich riesig gefreut», sagt Novak, der das Vordiplom (Note eins) bereits seit gut einem Jahr in der Tasche hat.

Er will in die Forschung

Zurzeit beschäftigt sich der talentierte Studiosus vor allem mit der «Quantenchromodynamik». Für Laien übersetzt er das gern als «Beschreibung der Kräfte in den Atomkernen». Deshalb lauschte Sebastian Novak auch bevorzugt den Ausführungen des niederländischen Professors Gerardus tHooft, der 1999 den Nobelpreis für Physik erhalten hatte und der sich auch in Lindau mit dem Verhalten der Elementarteilchen auseinandersetzte. Mindestens ebenso wichtig war für Novak aber der Austausch mit den anderen Studenten: Welche Ideen geistern durch ihre Köpfe, wie schreibt man eine Doktorarbeit?

Nach Abschluss seiner Studien will der angehende Physiker in die Forschung gehen und seinen Doktor machen. Und danach? Novak zuckt mit den Achseln: Vielleicht findet er auch eine gute Stelle in der Wirtschaft. Die Woche in Lindau habe ihm jedenfalls einen «breiteren Horizont» verschafft. «Mir ist jetzt auch ein bisschen klarer, was ich selber machen will» , sagt der Liebhaber der theoretischen Physik, der Musik als Hobby angibt. Novak spielt Cello und Akkordeon und ist unter anderem Mitglied im schwäbischen Jugendsymphonieorchester und in der Orchestervereinigung Oberallgäu. Leider, so bedauert der Student zugleich, «habe ich relativ wenig Zeit für die Musik».

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen