Seeg
Himmelfahrt mit Dr. Horst Köhler

Sie hatten nur ein paar Stunden Zeit und waren eigentlich ganz privat da: Bundespräsident Dr. Horst Köhler und seine Frau Eva Luise besuchten zum Abschluss ihres Urlaubs ihre Freunde Dr. Theo Waigel und Dr. Irene Epple-Waigel. Doch der Bundespräsident in Seeg, noch dazu an einem Festtag wie Mariä Himmelfahrt, wenn das Bayerische Fernsehen den Gottesdienst live aus der Pfarrkirche St. Ulrich überträgt - da feierte das ganz Dorf und die Köhlers und die Waigels feierten mit.

Für Bundespräsident Köhler ist diese Begeisterung der Menschen keine Belastung, im Gegenteil: «Ich möchte nun mal nicht nur in Berlin sitzen, sondern unter die Leute kommen», erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Für ihn seien das echte Begegnungen mit den Menschen und kein schnelles «Bad in der Menge». «Das gibt mir Kraft, ich nehme da auch sehr viel mit», so der Bundespräsident. Zum dritten Mal war er am Samstag in Seeg. «Gerade hier, auf dem Land, entdecke ich immer wieder die festen Wurzeln der Menschen mit Heimatbewusstsein. Es ist beeindruckend, wie sie diese aufgeregte und heftige Zeit mit Krise und Globalisierung bewältigen.»

Für Horst Köhler, den evangelischen Christen, war es eine besondere Auszeichnung, dass er beim katholischen Festgottesdienst von Pfarrer Alois Linder die Heilige Kommunion empfangen durfte. Der Seelsorger hatte ihn überaus freudig begrüßt und wünschte, dass ihm die Gebete Kraft geben mögen für den «so überaus wertvollen Einsatz für die Menschen in unserem Heimatland». (siehe Info-Block)

Nach der Messe ging der Festzug mit der Musik voraus durchs Dorf zum Dorfanger. Dort hatte Horst Köhler eine ganz wichtige Aufgabe: Er eröffnete den Dr. Theo Waigel-Weg. Dieser Weg führt über grüne Wiesen, an Obstbäumen und heimischen Blumen vorbei und wird von den Blumenfreunden Seeg unterhalten, wie Bürgermeister Manfred Rinderle erklärte. Der Weg habe zwei Höhen und eine Tiefe. Man komme aber immer auf der Höhe an - «so wie die politische Karriere von Theo Waigel».

Dieser Weg, so der Bundespräsident, sei im Bewusstsein angelegt, die Schöpfung zu bewahren. Und so sei auch Dr. Waigel angelegt. «Lieber Theo, bei allem Weitblick hast Du nie die kleinen Leute, nie Deine Wurzeln vergessen. Dafür bin ich Dir dankbar.»

Auch beim Eintrag ins Goldene Buch waren die Köhlers und die Waigels stets umringt von einer dichten Menschenmenge, die nicht mit Beifall geizte. Beim Dorffest legte der Bundespräsident sein Jackett ab und freute sich über die Darbietungen der Musikkapelle und des Trachtenvereins.

Ein letztes Mal ergriff er das Mikrofon und versprach öffentlich wiederzukommen: «Heute, zum ersten Mal bei wirklich wunderschönem Wetter, fühle ich mich hier in Seeg so, wie der Titel Ihres Kirchenführers lautet: Dem Himmel ein Stück näher.»

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