Marktoberdorf
Hilfe gegen Armut vor Ort

«Im praktischen Tun, in der Solidarität - da äußert sich Caritas.» Das meint Franz Gast, Geschäftsführer des Kreisverbandes Ostallgäu, durchaus im doppelten Wortsinn. Denn die Caritas ist nicht nur eine Institution, sondern bedeutet - aus dem Lateinischen übersetzt - Nächstenliebe. Gerade in der heutigen Zeit werde die Arbeit der Organisation immer wichtiger: «Armut gibt es auch bei uns.» Um diese zu lindern, wird in der nächsten Woche wieder um Spenden gebeten. Zum Auftakt der Sammlung im Bistum Augsburg feiert Bischof Walter Mixa am Sonntag, 27. September, ab 10.30 Uhr in St. Magnus den Gottesdienst mit vielen Helfern.

Einige von ihnen wird er für ihren langjährigen Dienst ehren. Denn: «Das Geld für unsere Arbeit kommt nicht von allein. Es muss erbettelt werden», macht Gast deutlich. Dabei verbleibe ein Drittel der Spenden in der jeweiligen Pfarrgemeinde und werde dort für soziale Zwecke eingesetzt, ein Drittel erhalte der Diözesanverband der Caritas, der damit eigene Dienste wie Migrations- und Rechtsberatung finanziert, und ein Drittel der Kreisverband.

Die Arbeit der Caritas im Ostallgäu, deren Kreisverband heuer 25 Jahre besteht, reicht weit. So ist die Geschäftsstelle im Genovefa-Brenner-Weg 9 Anlaufstelle für «Menschen in existenziellen Nöten». Eine wirtschaftliche Notlage sei häufig der Auslöser für den Kontakt. «In der Beratung wird oft das ganze Schicksal klar.

» Dabei biete die Caritas auch Hilfe an, wenn jemand Probleme mit Ämtern habe, irgendwelche Bescheide nicht verstehe und sie überprüfen lassen möchte.

Viel Geld für Beratung

So gibt es seit zwei Jahren auch eine Hartz-IV-Beratung. Sie wurde bisher über die Arbeitsagentur gefördert. Diese Unterstützung, bedauert Gast, sei Ende August ausgelaufen. Das sehr gute Verhältnis zur Arge bleibe davon unberührt. Doch die Caritas wolle diesen Dienst unbedingt weiter anbieten, müsse ihn aber aus eigener Tasche bestreiten. Auch dafür seien Spenden nötig.

Ausschließlich kirchliche Mittel flössen in die allgemeine Sozialberatung. Bei der Beratung pflegender Angehöriger bringe die Caritas 75 Prozent der Kosten auf. Und nicht zuletzt bestreite der Kreisverband unter anderem in Marktoberdorf die «Tafel», in der finanziell schlecht Gestellte gegen einen kleinen Obolus gespendete Lebensmittel erwerben können. «In all diesen Bereichen stecken die Spenden 1:1 drin.»

Hilfe von Kartei der Not

Die Caritas wisse auch die Unterstützung anderer Organisationen sehr zu schätzen. Mit dem Geld, das ihr als Soforthilfe (7000 Euro pro Jahr) zur Verfügung steht, könne sie zwar kurzfristig helfen, aber nicht, wenn ein Einkommen ausfalle. Da helfe der Caritas im Ostallgäu zum Beispiel die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung.

Allein im vergangenen Jahr habe sie mit 45000 Euro unschuldig in Not Geratenen unter die Arme gegriffen. «Die Kartei der Not ist ein großer Pfeiler in unserem Hilfssystem.»

Nur dank dieses Netzes «sind wir eine Hilfe für Menschen, die sich selbst nicht helfen können». Und dieses Netz sei nötiger denn je. «Die Armut nimmt zu, auch bei uns», weiß der Geschäftsführer und stellt dabei wieder das heraus, was Caritas bedeutet: «Nächstenliebe.»

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