Hilfe für Zirkusfamilie

Von Sabrina Müller | Weiler-Simmerberg Gabriele Köllner vom Zirkus 'Montreal' wirkt stark. Aber immer wieder schießen der Mutter der siebenköpfigen Zirkusfamilie Tränen in die Augen. Seit ihr Zelt am vergangenen Freitag unter der Schneelast zusammengebrochen ist, steht die Zirkusfamilie mittellos da (wir berichteten). Eine Versicherung hat sie nicht, denn 'diese horrenden Prämien können wir uns als kleiner Zirkus nicht leisten', sagt Köllner.

Seit gestern gibt es ein Spendenkonto der Marktgemeinde Weiler-Simmerberg. 'Wenn Menschen in Not geraten, dann ist es die Pflicht der Gemeinde, zu helfen', sagt Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph. Vor allem aber sei es aus menschlichen Gründen eine Selbstverständlichkeit.

Landwirte bringen Stroh vorbei

Ohne Zelt keine Auftritte, ohne Auftritte kein Geld für Lebensmittel und die Versorgung der Tiere. Rund 300 Euro müssen die Köllners in der Woche aufbringen, um die vier Lamas, vier Zwergziegen, zwei Ponys, Pferd, Zwergesel, Muli und Fohlen zu versorgen. 'Momentan helfen uns Landwirte und bringen Heu- und Strohballen vorbei', sagt Gabriele Köllner. Überhaupt seien die Menschen in der Region sehr hilfsbereit: Von der Bäckerei Wucherer aus Weiler kommen jeden Tag 30 Brote für die Tiere. Fremde Menschen sind vorbeigekommen und haben kleinere Beträge gespendet. 600 Euro sind so schon zuammengekommen. Die Weilerer Firma Silikon-Technik Siltec stellt den Stromanschluss zur Verfügung.

Kürzlich ist die Kupplung des Plakatierungs- und Futterwagens der Familie kaputtgegangen. 'Die Reperatur in Höhe von 900 Euro lohnt sich nicht mehr, aber jetzt können wir nicht einmal mehr das Futter für die Tiere transportieren', so Gabriele Köllner.

Derzeit steht die Familie mit ihrem Hab und Gut noch dort, wo die Aufführungen stattgefunden haben. Aber der Platz ist Privateigentum der Firma Rudolph. Und nach drei Verlängerungswochen wird er ab Mitte nächster Woche wieder für den Eigenbedarf benötigt. 'Die Firma erwartet große Lieferungen, hat Lagerprobleme', begründet Bürgermeister Rudolph.

Wo die Zirkusleute dann mit ihren vier Wohnwagen, den acht Geräteanhängern und dem Tierzelt unterkommen ist ungewiss. Denn einen Ort, an den sie immer wieder zurückkehren, den gibt es nicht. 'Wir haben kein Zuhause, wir ziehen immer durch', sagt Gabriele Köllner.

Keine Ersparnisse vorhanden

Ersparnisse hat die Familie in den vergangenen Jahren keine angehäuft: 'Es gibt immer wieder Vorstellungen, da treten wir vor 25 Leuten auf', sagt Köllner. Dann reichen die Einnahmen gerade einmal für den Moment. Dennoch: Sozialhilfe habe die Familie schon lange nicht mehr beantragt. Sie habe sich immer so durchgeschlagen - um über die Runden zu kommen auch im Winter Vorstellungen gegeben.

Jetzt ist die Familie auf Hilfe von Außen angewiesen: Aus einem Sozialfonds für Bedürftige der Marktgemeinde bekommen die Köllners einmalig 500 Euro ausbezahlt. Claudia Wucherer vom gleichnachmigen Bäcker in Weiler hat eine Spar-schweinaktion für Geschäftsinhaber ins Leben gerufen: Wer mitmachen will, holt sich ein Schwein in der Bäckerei ab, stellt es in seinem Laden auf und bittet so die Kundschaft um Spenden.

Spendenkonto: Kontoinhaber: Marktgemeinde Weiler-Simmerberg, Verwendungszweck: Spendenkonto Zirkus Montreal, Kontonummer: 100 312 096, Bankleitzahl: 733 698 23, Raiffeisenbank Westallgäu. Bitte auf dem Überweisungsträger vermerken, falls eine Spendenquittung benötigt wird.

Wer einen Platz kennt, einen günstigen Liefer-/Pritschenwagen zu verkaufen hat oder sonst irgendwie helfen möchte, kann sich direkt an die Familie Köllner unter Telefon (0 171) 911 900 7 wenden.

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