Hilfe für Kinder in schwierigen Verhältnissen muss früher greifen

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Durach | sir | Die Hilfe für Kinder in Not setze oft zu spät an, kritisierten bei einer Gesprächsrunde in Durach Therapeuten, Ärzte und Heimleiter. Sie kamen auf Einladung des Sozialpädagogen Uli Latsch, um mit Renate Ackermann, sozialpolitischer Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion und MdL Adi Sprinkart über Jugendkriminalität und Heimerziehung zu sprechen.

Uli Latsch klagte, dass die Erfolge in seiner staatlich anerkannten, privaten heilpädagogischen Wohngemeinschaft 'spürbar zurückgegangen' seien. Das habe unter anderem an der Zusammensetzung der achtköpfigen Gruppe gelegen. Zu viele kriminalisierte Jugendliche seien in die Wohngemeinschaft gekommen. Jugendliche, zu denen man keinen Zugang mehr gefunden habe. Folge: Das Heim wurde geschlossen.

Die Hilfe für Kinder in schwierigen Familienverhältnissen müsse früher greifen, forderten die Fachleute. Ins Rudolf-Dreikurshaus nach Dietmannsried kämen Kinder, die zwischen vier und elf Jahre alt seien. Sie bleiben dort langfristig, haben feste Bezugspersonen. 'Die Erfolgsquote ist hoch,' so pädagogische Leiterin, Barbara Vater.

Untersuchungen hätten ergeben, dass Jugendhilfe-Maßnahmen, die weniger als zwei Jahre gewährt werden, keine langfristigen Erfolge zeigten, sagt Winfried Koim, Leiter einer privaten heilpädagogschen Kinder- und Jugendeinrichtung in Wertach. In Problemfamilien sollten die Ämter früher eingreifen. Auch Peter Quartz, ärztlicher Therapeut am Josefinum in der StadtKempten betonte, dass eine frühe Hilfe 'nicht nur Geld, sondern dem Kind auch einen Leidensweg ersparen kann.'

Sinnvoll sei in vielen Fällen, den Eltern Hilfe angedeihen zu lassen. 'Sie haben es oftmals selbst nicht gelernt, was es bedeutet, Eltern zu sein.' Im Endeffekt müsse auch das Jugendamt ein positiveres Image bekommen. Nur, wie kann man es schaffen, dass das Vertrauen zum Jugendamt wächst?', fragte Renate Ackermann.

'Die Prävention mehr in den Blickpunkt rücken' ist in den Augen von Koim der richtige Weg. Da kann auch Dr. Manfred Spingler von der Erziehungsberatungsstelle in Kempten zustimmen. Peter Quartz weiß von Eltern, die anfangs Angst hatten, dass ihnen das Kind weggenommen wird, später froh um die Hilfe waren.

Allerdings wurde auch eine Unterbesetzung in den Jugendämtern beklagt.Die Eltern 'früh begleiten, und zwar von Geburt ihrer Kinder an', darin sieht Sprinkart einen Weg. Das müsse 'für alle Eltern gelten, damit es keine Stigmatisierung gibt.'

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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