Special Straßenbauprojekte im Allgäu SPECIAL

Hightech statt königlich bayerisch

Von Alexandra Decker | Marktoberdorf/Ostallgäu Straßen brauchen Pflege. Im 19. Jahrhundert zum Beispiel gab es bereits königlich bayerische Straßenmeister. Im Ostallgäu kümmert sich seit 30 Jahren die Straßenmeisterei Marktoberdorf um die Fahrbahnen. Am Samstag, 12. Mai, feiert sie Jubiläum. In Betrieb genomen wurde sie im Sommer 1977. Mit der Gebietsreform 1972, bei der die Landkreise Füssen, Marktoberdorf und Buchloe zusammengelegt wurden, wurden auch die Straßenmeistereien Füssen und Buchloe eins. Für das Ostallgäu aber war die dezentrale Lage in Füssen ungeeignet. Marktoberdorf wurde neuer Standort.

Straßenränder noch mit Sense gemäht und von Hand gestreut

Der dortige Dienststellenleiter Erwin Möggenried trägt heute nicht mehr den klangvollen Titel 'königlich bayerischer Straßenmeister' und auch sein Arbeitsalltag ist anders. Anfang des 20. Jahrhunderts etwa zogen Pferde Schneepflüge und sogar in den 1950er und 60er Jahren war auf Ostallgäuer Straßen noch viel Handarbeit angesagt. 'Deswegen hatten wir damals knapp 60 Angestellte', erinnert sich Möggenried. Straßenränder wurden zu der Zeit noch mit Sensen gemäht und Streuautomaten für den Winterdienst gab es nicht. 'Die Leute standen bei Eis und Schnee auf den Lkw und schaufelten den Split auf die Straßen', sagt Möggenried und ist 'heilfroh, dass ich das nur noch aus Erzählungen kenne'. Die Straßenwärter waren mit Fahrrad und Anhänger unterwegs. 'Später gab es Stramots', erzählt Möggenried. Strawas? Der Oberstraßenmeister lacht: 'Das ist eine nette Abkürzung für motorisierte Straßenwärter.'

Stramots sind heute Alltag, genau wie Hightech-Mäh- und Räumfahrzeuge. Die Schneepflüge etwa sind über Funk und Handy vernetzt und verfügen über Datenerfassungsgeräte. Damit wird festgestellt, welches Fahrzeug wo wie viel gestreut hat. Über das Wetter, das für den königlich bayerischen Straßenmeister oft eine Überraschung war, halten sich die Winterdienstler heute per computergestütztem Straßenwetterinformationssystem auf dem Laufenden.

Einen anderen Stellenwert bekam zudem der Umweltschutz. Die Straßenmeisterei mäht nicht mehr nur Straßenränder, sondern hat dafür einen Pflegeplan, der dem Schutz seltener Pflanzen dient - an der B12 Ost zum Beispiel wachsen Orchideen. Dazu kommt die Betreuung von Biotopen und der Amphibienschutz.

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