Marktoberdorf
Hexen, Geister und die Kunst des Edelweißschitzens

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Eileen (11) und Lilli (5) sind schon «alte Hasen» bei der Marktoberdorfer Museumsnacht und waren gespannt, was es in diesem Jahr für sie zu erleben gab. Während ihre Mutter geduldig wartete, bastelten sie bunte Laternen für das Kinderzimmerfenster. Gerade noch geschafft, denn schon ging die Schatzsuche durchs Stadtmuseum mit Herbert Eigler los.

Der Grundschullehrer aus Thalhofen hatte sich wieder etwas Besonderes für die Kinder ausgedacht: Eine Schnitzeljagd, bei der es viel zu entdecken gab und einiges Neue über die Marktoberdorfer Geschichte zu lernen. Doch bevor der ersehnte Schatz in Form von Süßigkeiten, Spielsachen und originalen historischen Geldscheinen gehoben werden konnte, galt es noch das gruselige Gespenst zu überlisten, das den Schatz hütete. Doch Eileen und Lilli fürchteten sich nicht, war doch das Gespenst, wie Eileen verriet, schon ein alter Bekannter aus dem Schullandheim.

Bereits zum neunten Mal luden die Marktoberdorfer Museen zur Museumsnacht für Groß und Klein und ließen ihre Besucher eine Zeitreise der besonderen Art erleben. Vor dem Stadtmuseum wurde historisches Handwerk beim Kupfertreiben, Bronzegießen, Schmieden und Wippdrechseln gezeigt und zum Mittun eingeladen. Die Römerfreunde hielten im Eingangsbereich kulinarische Genüsse für hungrige Mäuler bereit. An allen Ecken und Enden gab es spannende Vorführungen: Während draußen die Böllerschützen von Alpenrose donnernden Salut schossen, ließen sich Schnitzkünstler wie Edmund Pihusch und Fritz Hamatschek über die Schulter schauen oder schufen Anneliese und Helmut Binder unter interessierten Augen Rosenkränze aus Hiobstränen, einer Hirseart, die in Südeuropa beheimatet ist.

Gottlieb Fischer erzählte Geschichten von Rübezahl, dem berüchtigten Schutzgeist aus dem Riesengebirge, und Winfried Frischmann führte durch das Heimatmuseum im Hartmannhaus. Für Erwachsene ließ Herbert Eigler Gerichtsurteile aus der Zeit von 1500 bis 1900 wieder aufleben und die Zuschauer erraten, wie hoch die Strafe damals wohl ausgefallen war. Wer wusste schon, dass zwischen 1590 und 1592 in dem beschaulichen Marktort 68 angebliche Hexen auf dem Scheiterhaufen ihr Leben lassen mussten?

Amüsanter ging es da in den Gängen und im Treppenhaus des Stadtmuseums zu, als junge Damen des mobilé historische Unterwäsche vorstellten.

Kein Wunder war es bei diesem umfangreichen Programm, dass auch in diesem Jahr die Museumsnacht wieder sehr gut besucht war und sich zeitweise die Menschen vor den interessantesten Vorführungen drängten. Und, wie Eileen und Lilli, mit zahlreichen Erinnerungsstücken an eine aufregende Zeitreise heimkehren konnten.

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