Tierreich
Heuer gibt es besonders viele Wespen - Tipps von Experten

«Es war kurios. Zuerst habe ich geglaubt, ich hätte mich am Griff meines Regenschirms verbrannt. Aber weil das unmöglich schien, habe ich genauer hingeschaut und festgestellt, dass mich eine Wespe gestochen hatte.»

Wie dieser Memminger machen derzeit zahlreiche Menschen unliebsame Bekanntschaft mit den Insekten. Nach Angaben von Experten gibt es dieses Jahr besonders viele Wespen. Dafür haben der gleichmäßig kalte Winter und das warme Frühjahr gesorgt.

Mit Blick auf die Insektenarmee sagt Günther Bachfischer, Leiter des Memminger Brandschutzamtes: << Wespen werden uns immer wieder gemeldet. Erst kürzlich waren wir in einem Kindergarten, wo wir ein großes Wespennest sofort beseitigen mussten. Allerdings können wir nur eingreifen, wenn eine akute Gefahr besteht. Es gibt aber Firmen, die Wespennester fachgerecht beseitigen und die auch übermäßiges Wespenaufkommen bekämpfen. >>

So zum Beispiel die W&S Insekt-Control in Memmingerberg. << Wir haben viel mehr Wespen als in den vergangenen Jahren. Es vergeht kein Tag ohne Einsätze >>, sagt Wolfgang Weber von Insekt-Control: << Und die Nester, die wir derzeit beseitigen müssen, sind sehr groß. >> Probleme mit Wespen hätten insbesondere Bäckereien und Gastro-Betriebe.

Ein wenig schützen kann man sich vor den Tieren, indem man bei-spielsweise Getränke und Lebensmittel nicht unverschlossen im Freien stehen lässt. Man sollte auf keinen Fall nach Wespen schlagen. Denn wenn sie sich bedroht fühlen, verschwinden sie nicht, sondern greifen an. Bei einem Stich werden zudem so genannte Alarm-Pheromone freigesetzt, die weitere Tiere anlocken und diese ebenfalls zum Stechen animieren.

Nester nicht selbst entfernen

Im Gegensatz zu den Bienen, die einen Widerhaken an ihrem Stachel haben und deshalb nur einmal zustechen können, ist der Stachel einer Wespe spitz. Das wiederum ist der Grund dafür, dass sie unbeschadet mehrfach zustechen kann. Das Gift von Bienen, Wespen und Hornissen ist erst bei mehreren hundert Stichen für den Menschen lebensgefährlich.

Das gilt aber nicht für Allergiker. Diese müssen schon nach einem Stich sofort mitgeführte Medikamente einnehmen oder umgehend einen Arzt aufsuchen. Wespennester sollte man laut Experten unter keinen Umständen selbst entfernen. Denn wenn dies nicht fachgerecht gemacht wird, können die Tiere einen zu Hunderten attackieren.

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