Lamerdingen
«Herzensangelegenheit» wird langsam mit Leben erfüllt

Über die ersten Monate als Seniorenbeauftragte der Gemeinde Lamerdingen berichtete Ditrud Steinseifer-Vogel in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Ausführlich stellte sie dem Gremium das Projekt «Herzensangelegenheit-Senioren» vor, das im November 2009 vom Landkreis Ostallgäu mit dem Förderpreis für örtliche Seniorenkonzepte ausgezeichnet wurde. Mittlerweile wurde das Programm immer mehr mit Leben gefüllt und ausgearbeitet.

Unter anderem gibt es ein Logo - natürlich in Herzform - und einen Flyer. Außerdem sind im Laufe des Jahres einige Veranstaltungen geplant (siehe Infokasten). Einer der ersten Schritte sei eine Bedarfsanalyse in der Gemeinde gewesen, die noch nicht vollständig ausgewertet sei. Allerdings zeichne sich eindeutig ab, dass «die Bürger im Alter mit nur ganz wenigen Ausnahmen nicht aus ihrem häuslichen Bereich heraus wollen». Es sei sehr wichtig, den Menschen beispielsweise Hilfen zur Gestaltung eines barrierefreien Wohnraums und dessen Finanzierung zu geben. Außerdem müssten die Infra- und Versorgungsstrukturen durch Fahrdienste oder Serviceangebote «Rund ums Haus und den Garten» verbessert werden.

Es soll auch ein wöchentlicher Beratungssprechtag eingerichtet werden. «Statt Kummerkästen, zu denen niemand gerne hingeht, sollen in der Gemeinde vier Herzenswunschbriefkästen aufgestellt werden», erklärte die Seniorenbeauftragte.

Alexander Zoller vom Landratsamt Ostallgäu hatte im Vorfeld das seniorenpolitische Gesamtkonzept im Landkreis sowie die demografische Entwicklung in der Gemeinde Lamerdingen vorgestellt.

Mitte des 21. Jahrhunderts wird laut Prognosen gut jeder dritte Einwohner Bayerns bereits 60 Jahre oder älter sein. «Die Zahl der pflegebedürftigen und demenzkranken Personen wird steigen», erklärte Zoller.

Um das bewältigen zu können, sollen die häusliche Versorgung und die ambulanten Versorgungsstrukturen verbessert werden: «Wir setzen generell auf viele verschiedene Maßnahmen, die über Jahre hinweg umgesetzt werden.» Die Konzepte seien immer maßgeschneidert und ließen sich nicht auf andere Orte übertragen.

Gutes Standortmarketing

Zoller riet den Gemeinderäten zu einem guten Standortmarketing. Als positive Aspekte in Lamerdingen zählte er unter anderem die Nähe zu Buchloe, das zukünftige Gymnasium, billiges Bauland und eine funktionierende Dorfgemeinschaft auf.

Er mahnte auch an, «betreutes Wohnen» nicht automatisch als die perfekte Lösung zu sehen: «Man kann auch dort isoliert und einsam sein.» In die Planungen müssten auf jeden Fall die Bürger mit Gesprächen und bei Versammlungen einbezogen werden. «Das funktioniert nicht am Ratstisch», betonte Zoller. (cg)

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