Kempten
Herrlich bei Hitze: Füße ins Wasser

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Autsch. Ob das eine Brandblase gibt? Ein bisschen rot ist er jedenfalls, der große Zeh. Dabei wäre es doch so angenehm gewesen, die zwischen Stadtpark und Festzelt müde gelaufenen Füße unbeschuht zu entspannen. Aber ans Barfußlaufen ist in der Mittagssonne gar nicht zu denken. 37 Grad zeigt das Thermometer an diesem Festwochentag knapp über dem Asphalt an - schuld ist die Sahara-Hitze. An der Schläfe rinnt ein Schweißtropfen herab.

Puh, irgendein Rezept gegen das Schwitzen muss es doch geben. Am Besten mal einen Experten fragen. Also rein ins Festzelt, wo längst nicht nur die leckeren Hähnchen im eigenen Saft schmoren. Was macht man am besten gegen diese Hitze? Konni Ess zuckt mit den Schultern, während er mit schnellen Griffen die Hähnchen vom Spieß holt. Einfach hart bleiben sagt er, weil es ja nichts hilft - auch wenn sein Arbeitsplatz vor den Grills wohl zu den heißesten der ganzen Festwoche gehört. Und auch Andrea Heiligensetzer, Bedienung im Festzelt, klotzt ordentlich ran. In Wellen geht die Hitze von dem Tablett mit Speisen aus, die sie kurzerhand auf Schulterhöhe anhebt.

Wie kann man bei so schwerer Arbeit nur so entspannt aussehen? Da wischt sich Koch Konni verstohlen mit einer Serviette über die Stirn und nimmt schnell einen großen Schluck aus einer Wasserflasche. Aha, geht die Hitze also doch nicht ganz spurlos an ihm vorbei.

Aber Stirn wischen allein reicht nicht - also wieder raus aufs Freigelände. Da eilt Heinz Buhmann vorbei, der frühere Festwochenleiter. In Hemd und Schlips. Ja ist das denn nicht menschenunwürdig bei der Hitze? «Ich hab noch einen Termin, da geht das nicht anders», sagt er schmunzelnd. Wobei, so gibt er zu, er lieber T-Shirt und kurze Hosen tragen würde. Davon abgesehen ist er froh, dass die Besucherzahlen trotz der Hitze stimmen - rund 10000 Menschen sind durchschnittlich jeden Tag auf der Festwoche.

Okay, aber was macht man jetzt am besten gegen diese Schwitzerei? Klaus Mittrupp müsste es eigentlich wissen. Seit 37 Jahren kommt er mit seinem Softeis auf der Festwoche, noch früher verkaufte sein Vater die kühlen Leckereien. «Eiskaffee geht bei uns derzeit besonders gut», sagt der Herr über die Eismaschinen. Wobei, so meint er dann, man es bei Sahara-Hitze eigentlich auch halten könnte wie die Araber, die ganz viel warmen Tee trinken.

Fische und Gedränge

Und den macht man woraus? Aus Wasser natürlich. Ja das wäre doch eine Idee. Schließlich dreht sich im Zelt 7a alles um Wasser, Pflanzen und Fische. Und tatsächlich - dort ist es wirklich etwas kühler. «Angenehm, gell», meint Dirk Klos vom Wasserwirtschaftsamt, der Standdienst hat. Schon, aber auch ganz schön viel Gedränge.

Also weiter. Der Fahrtwind auf dem Karussell wäre doch bestimmt eine Wohltat. Oder doch nicht, denn da dürfen nur Kinder bis zwölf Jahre drauf. Aber da: Am Stand von Alfred Herbein, an dem eigentlich Betten verkauft werden, glitzert es verheißungsvoll aus einem Zuber. «Ja, da kann man seine Füße drin baden, wenn man will», sagt Herbein - schon etliche Kunden hätten das Angebot genutzt. Das ist schon mal gut - aber eigentlich wäre an einem so tollen Sommertag ein Flecklein unter freiem Himmel noch besser. Da dringt ein leises Plätschern ans Ohr. Und ein Kinderlachen. Denn Sarah hat ihn schon gefunden - einen der schönsten Plätze der sommerlich heißen Festwoche: Die Brünnlein am Zumsteinhaus. Füße rein, das Treiben beobachten - einfach herrlich.

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