Hergatz feilscht um die Kosten

Von Maria Luise Stübner
| Heimenkirch/Opfenbach Drei Gemeinden teilen sich die Kosten für den Neubau der Brücke Zwiesele-Hämmerle - so war es eigentlich angedacht. Während sich auf einer gemeinsamen Sitzung die Heimenkircher und Opfenbacher Räte einstimmig für diese Lösung aussprachen, wollen die Hergatzer um Prozente feilschen. Elf ihrer Räte stimmten gegen die Drittellösung, drei dafür.

Sie steht auf Heimenkircher Markung, dient aber in erster Linie Opfenbachern und Hergatzern als Verbindung: die Brücke Zwiesele-Hämmerle. Noch ist sie für fünf Tonnen Gesamtgewicht zugelassen, in ein, zwei Jahren dürfte es damit vorbei sein. Fahrzeuge von Feuerwehr oder Winterdienst dürften streng genommen schon heute nicht mehr darüber fahren.

Der Heimenkircher Bürgermeister Markus Reichart machte in der Sitzung im «Adler» in Heimenkirch deutlich, dass die Marktgemeinde zwar Baulastträger ist, aber mit einer Brücke leben kann, die irgendwann nur noch für Fußgänger und Radfahrer zugelassen ist. Zu einem Neubau - eine Sanierung rechnet sich nicht - sagte Reichart: «Entweder, wir packens zu dritt oder gar nicht.

» Deshalb habe man mit Opfenbach und Hergatz Gespräche aufgenommen. Die beiden Gemeinden profitierten auch insofern von einer gemeinsamen Lösung, weil sie dann eine weitere Verbindung, die gesperrte Brücke zwischen Muthen und Stücklersreute, nicht sanieren müssten, so Reichart.

Dass Zwiesele-Hämmerle die wichtigere Brücke sei, sei beim Ortstermin auch die Einschätzung von Vertretern der Regierung von Schwaben und dem staatlichen Bauamt gewesen. Reichart führte auch die Zuschüsse, 40 Prozent, ins Feld: «Noch sind Gelder vorhanden.» Man solle die Brücke - «die direkte Verbindung zwischen Opfenbach und Maria-Thann», angehen, warb auch Opfenbachs Bürgermeister Matthias Bentz um Zustimmung. Es sei eine Lösung für alle und eine machbare Lösung. «Wenn wir uns einigen, haben wir für die nächsten 50 Jahre Ruhe», so Bentz.

Gegen einen Neubau der Brücke war keiner. Wohl aber gegen die vorgeschlagene Drittelfinanzierung, zu der Xaver Schneider aus Hei-menkirch gemeint hatte: «Etwas anderes kommt nicht in Frage.» Kritik an dieser Lösung gab es einzig von den Hergatzer Räten. Klaus Bilgeri fühlte sich «unter Druck gesetzt». Günther Schmalzl konnte «die starre Haltung» nicht nachvollziehen. Über die Drittellösung sollte man verhandeln können. Josef Rädler sah überhaupt nicht ein, dass Hergatz mitzahlen soll und sprach von einem «Kuhhandel». Musste sich darauf aber den Vorwurf von Reichart gefallen lassen, selbst den Kuhhandel eröffnet zu haben.

Angesichts des sich abzeichnenden Negativtrends in seinem Gremium schlug der Hergatzer Bürgermeister Uwe Giebl vor, die Kosten nach Einwohnerschlüssel aufzuteilen, also Heimenkirchs Anteil zu erhöhen. Darüber wollte sein Amtskollege Reichart allerdings nicht an diesem Abend abstimmen lassen. Das müsse erst einzeln beraten werden. Jetzt darf man gespannt sein auf den 10. November, an dem die Heimenkircher und Hergatzer Räte separat tagen. Vielleicht lassen sich Letztere ja noch mal die Worte von Helmut Forster aus Opfenbach durch den Kopf gehen. Der sagte: «Ihr seid mit im Boot.» Niemand könne sich einfach so aus der Verantwortung stehlen.

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