Hergatz erweitert Gewerbegebiet

Von Maria Luise Stübner
| Hergatz Änderung und Neuaufstellung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen - all das, was in Hergatz notwendig ist, um das Gewerbegebiet an der B 12/B 32 erheblich zu erweitern, hat der Gemeinderat nun ohne große Diskussionen auf den Weg gebracht. Die Sitzungsbesucher allerdings wurden spärlich informiert.

Weitgehend bedeckt hielt man sich bei Aussagen zu dem Projekt, das eigentlich der Auslöser für die ganze Aktion ist: Die Ansiedlung der Lindauer Firma Thomann, die Stahlhandel und Sägerei nach Hergatz auslagern will. Der Name Thomann tauchte während der ganzen Sitzung nicht auf. Zwar wurde die Firma angesprochen, «die sich hier ansiedeln will», das Baufeld war entsprechend zugeschnitten und Stadtplaner Hubert Sieber meinte, dass Baureife (Voraussetzung für einen Bauantrag) im November erlangt werden könnte. Viel mehr dazu gab es für das runde Dutzend Sitzungsbesucher, darunter auch die wenig begeisterten Anwohner, nicht zu erfahren.

Projektleiter Michael Griebe vom Planungsbüro Sieber erklärte, mit dem Landratsamt Lindau seien im Vorfeld die «Rahmenbedingungen abgeklopft» worden. Aus dem alten Flächennutzungsplan herausgenommen wurden bisher ausgewiesene Gewerbeflächen hinter dem Bahnhof Hergatz. Damit kompensiere man die Ausweisung neuer Flächen, machte Sieber deutlich. Neue Flächen, das hieß dann nicht nur das Gelände gegenüber von Futtertrocknung und Spielhalle, auf dem die Thomann-Halle entstehen soll. Auch südwestlich der vorhandenen Wohnbebauung - ab Zufahrt Wertstoffhof/Kläranlage - soll sich Gewerbe ansiedeln können. Hier wurde ein 0,2 Hektar großes Mischgebiet festgesetzt.

Hartes Ringen

«Vom harten Ringen mit den Fachbehörden um Lösungen», sprach Armin Woll, der Grünordnung und Umweltgutachten vorstellte. Festgeschrieben wird bei der Bebauung im Gewerbegebiet ein Mindestabstand zur Leiblach von 50 Metern. Pflanzgebote entlang der B12 - Erhalt der drei Pappeln, dazu drei weitere Bäume und eine Hecke - gibt es für das Mischgebiet. Als Ausgleichsflächen sind zur Leiblach hin ein Auwald und Retentionsflächen vorgesehen. Der Käsbach, zum Teil verrohrt, soll parallel zur B32 als offener Bachlauf eine neue Führung erhalten.

Mit diesen Maßnahmen wird ein knappes Drittel des nötigen Ausgleichs (3,8 Hektar) geschaffen, hinzu kommen externe Flächen in Engelitz und Maria-Thann (aufgefüllte Kiesgruben), die die Gemeinde erwerben will. Das Gremium schien mit den Ausführungen zufrieden. Kritische Fragen zu grundsätzlichen Themen wie den Eingriffen in Natur und Landschaftsbild gab es nicht.

Nur eine Gegenstimme

Eher wurden Pflanzgebote wie die Bäume als störend empfunden. Wenn sich beispielsweise ein Einkaufsmarkt ansiedeln wolle, sei die Sicht von der Bundesstraße aus nicht gegeben, gab Sylvia Müller zu bedenken. Sie fragte auch nach künftigen Erweiterungsmöglichkeiten für den Wertstoffhof. Aus Immissionsschutzgründen komme das nicht in Frage, erklärte Katrin Knoblach vom Büro Sieber.

Bei der von ihr bereits erläuterten Emissionskontingentierung habe man schon die mit reichlich Luft nach oben bemessene Grenze für den Wertstoffhof niedriger ansetzen müssen. Sonst wäre das gesamte Kontingent ausgeschöpft gewesen.

Die insgesamt vier Beschlüsse gingen schlussendlich anstandslos durch. Die einzige Gegenstimme kam von Ratsmitglied Reinhard Dorn (bei der letzten Abstimmung gesellte sich Sylvia Müller dazu). Aus den Diskussionen heraus war nicht ganz ersichtlich, warum. Hatte Dorn doch vorwiegend an betrieblichen Interessen orientierte Fragen gestellt.

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