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Herbert Pürkel leitet ab Oktober Busunternehmen Kirchweihtal in Kaufbeuren

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Kein leichtes Erbe tritt Herbert Pürkel an, wenn er ab Oktober die Geschäfte der Kaufbeurer Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal führt. Der 56-Jährige leitet bislang das Unternehmen Strauß-Reisen in Tettnang. Doch der Waltenhofener möchte die Aufgabe in Kaufbeuren übernehmen, weil die Wertachstadt für ihn als Pendler viel näher liegt als das baden-württembergische Tettnang.

Vom bisherigen Geschäftsführer Dirk Elies habe man sich "einvernehmlich" getrennt, betonte Dr. Josef Zeiselmair, Geschäftsführer des Kirchweihtal-Hauptgesellschafters RBA Regionalbus Augsburg. Weiter wollte er den Vorgang aber nicht kommentieren. Wo Elies nun sei, wisse er nicht.

Drei große Problemfelder gilt es für Pürkel zu bewältigen, die in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt haben. So hatte es etwa Klagen aus der Bevölkerung darüber gegeben, dass im Raum Kaufbeuren veraltete Busse im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Einsatz seien.

Zu hohe Zuschüsse kassiert

Außerdem gab es viel Kritik aus der Belegschaft über den Kurs Elies, der das Unternehmen zum 31. Juli 2012 verlassen hat. Langjährige Beschäftigte hatten bei Kirchweihtal gekündigt, weil sie das Betriebsklima unter Elies als unerträglich empfanden.

Zudem durften Busfahrer, obwohl sie nach Anzahl der Fahrtstunden bezahlt werden, sich immer seltener selbst ans Steuer setzen – während auf der anderen Seite Subunternehmer beauftragt wurden, Kirchweihtal-Linien zu bedienen.

Die dritte Aufgabe ist wirtschaftlicher Natur. Denn angeblich hat das Unternehmen in der Zeit von 2002 bis 2009 zu viele Zuschüsse für die Schülerbeförderung erhalten, welche die Regierung von Schwaben bis heute zurückfordert. Dabei handelt es sich um eine Summe von 4,4 Millionen Euro.

Das Verfahren befindet sich noch in der Schwebe, letztlich will das bayerische Wirtschaftsministerium die Sache entscheiden. 'Aber ich gehe davon aus, dass wir das zurückzahlen müssen', betont Pürkel. 'Gewinne habe ich mir deshalb für die nächste Zeit abgeschminkt', meint er.

Doch die Aufgabe schrecke ihn trotzdem nicht. Es komme nun darauf an, wie die Rückzahlungsmodalitäten aussähen, man die Forderungen also vielleicht auch auf Raten begleichen könnte.

Sparsames Wirtschaften sei insgesamt natürlich vonnöten. 'Wir wollen darum möglichst viele Strecken selbst fahren', erklärt Pürkel. Das stellt somit eine Abkehr vom Kurs seines Vorgängers dar, der sehr stark auf Subunternehmer gesetzt hatte.

Obwohl Pürkel noch gar nicht offiziell im Amt ist, wurde die Zahl der Subunternehmer schon von vier auf drei gekürzt. 'Als Erstes möchte ich das Thema Betriebsklima angehen', betont er.

Denn die Mitarbeiter seien schließlich das wichtigste Gut des Unternehmens. Er habe von den Querelen gehört, die unter seinem Vorgänger vorherrschten. Elies selbst habe er aber gar nicht zu Gesicht bekommen.

Alter der Busse anschauen

Betriebsratsvorsitzender Bernhard Deichfischer betonte gegenüber der AZ, dass das Ausscheiden Elies’ bei den Beschäftigten sehr begrüßt wird. 'Darauf haben wir ja lange hingewirkt.' Mit Herbert Pürkel wolle man nun vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Mit dem Thema 'alte Busse' will sich dieser noch befassen. Die 50 Busse von Kirchweihtal seien alle modern, es gehe also wohl in erster Linie um die Fahrzeuge der Partnerunternehmen.

Diese Busse werde er sich genau anschauen. Wichtig ist ihm momentan vor allem eines: 'Am Donnerstag geht die Schule wieder los. Da möchte ich, dass alles reibungslos klappt.'

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