Helmut und Irene Sauer feiern eiserne Hochzeit

Lindau/Lindenbergl cf/az l Ihre eiserne Hochzeit haben Irene und Helmut Sauer im Maria-Martha-Stift gefeiert. Die beiden leben seit drei Jahren hier und fühlen sich gut aufgehoben. Spuren hat das Ehepaar auch im Westallgäu hinterlassen: Helmut Sauer war Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Lindenberg und hat hier gemeinsam mit seiner Frau viel bewirkt.

Dass Helmut als Soldat in den Krieg gezogen war, sollte Folgen haben. Denn als Verwundeter, im Lazarett in München, wurde er von einem Amtsbruder zu Bruder Dietzfelbinger, damals Studentenpfarrer, später Landesbischof, geschickt, als er hörte, dass Helmut Sauer noch ledig war. 'In dessen Studentenkreis gibt es hübsche und sehr nette Damen', wurde ihm verraten. Und so kam es, dass der Pfarrer aus der Altmark hinter Berlin seine Irene aus Franken fand und heiratete.

Nach dem Krieg kam Helmut Sauer nach Lindenberg. Hier waren die Einheimischen aber nun nicht gerade evangelisch, diese Konfession hielt erst mit dem Zuzug vieler Flüchtlinge im Allgäu Einzug.

Die bescheidene Pfarrei hatte keine Kirche und umfasste neben Lindenberg das gesamte Westallgäu. Also machte sich das Ehepaar an die Aufbauarbeit. So entstanden in Lindenberg die Johanneskirche, der evangelische Kindergarten ein Pfarrhaus und ein Gemeindezentrum, in Weiler mutierte unter seiner Führung eine Turnhalle zu einer Kirche, und auch in Scheidegg baute er. Die evangelische Gemeinde wuchs zu einer Größe von 3000 Seelen. Irene Sauer wirkte als Pfarrfrau mit vollem Einsatz und orgelte bei den Gottesdiensten.

Als Bewohner des Allgäus erlernten die beiden auch das Skilaufen, doch 'als Flachländer bin ich nie richtig gut gelaufen', gesteht Helmut Sauer. Was die beiden aber begeistert betrieben, war Wasserski, ein nicht gerade gewöhnliches Hobby für Pfarrleute. Ihr bevorzugtes Revier war der Gardasee. Mit dem Wohnwagen sind Sauers in den 50er- und 60er-Jahren oft bis in die Türkei gereist.

30 Jahre in Lindenberg

Nach 30 Jahren in Lindenberg verabschiedeten sich die Sauers in den Ruhestand und zogen nach Kressbronn. Vor drei Jahren beschlossen die sechsfachen Großeltern und Urgroßeltern eines Urenkelchens den Umzug auf die Lindauer Insel ins Martha-Stift.

Irene Sauer, Jahrgang 1916, wurde in Bayreuth geboren. Von den Gratulanten angesprochen, was denn das Geheimnis einer glücklichen, derart langen Ehe sei, sagte sie bescheiden, dass Gott sie beide zusammengeführt habe. Und so sei auch die Liebe zueinander entstanden.

Eine kleine Andacht

Zu der kleinen Feier war zu den beiden neben den offiziellen Gratulanten auch der Wasserburger Pfarrer Christian Riewald gekommen, der sie in eine kleine Andacht eingebettet hatte. Eine Überraschung hatte die Geschäftsführerin des Maria-Martha-Stiftes, Anke Franke, für Helmut Sauer parat: Denn sie, ebenfalls aus der Altmark stammend, eröffnete ihm, dass sie in derselben Schule das Abitur gemacht hätte, in die er einst gegangen war. Nur lagen da ein paar Jahre dazwischen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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